Austritt aus der Piratenpartei Deutschland

Hallo lieber Piratenvorstand NRW,

hiermit erkläre ich meinen Austritt aus der Piratenpartei Deutschland.

TL;DR: Ich habe noch ein Mandat in der Bezirksvertretung Bochum-Ost. Nach meinem Wissen befindet sich kein Listenkandidat mehr in der Situation meine Position zu übernehmen, da sie entweder die Voraussetzungen nicht erfüllen oder ihr Aufenthaltsort nicht bekannt ist. Solltet ihr wider Erwarten doch eine der beiden Personen erreichen, stehe ich für Gespräche zur Verfügung.

Ja, die Zeit nehme ich mir: Nachdem ich mich bereits seit Monaten aus den internen Querelen versucht habe herauszuhalten, hatte mich der Stress um PiratenLilly bereits dazu gebracht eine Kündigung zu schreiben, aber ich wollte auf dem Bundesparteitag im November persönlich überprüfen, was mich schon so lange Zeit beschäftigt.

Doch im Prinzip kam mir mein Landesverband und auch mein Kreisverband zuvor. Ohne große Mitteilung wurde der Kreisverband Bochum am 13.10.2018 innerhalb von 8 Minuten durch den Landesparteitag aufgelöst. Aufgelöst aufgrund eines nicht fristgerechten Antrags eines Richters des Schiedgerichts NRW (Edit: und Bund). Wiki-Antrag X005.0 – Also ernsthaft, der Antrag steht im Wiki mit Antragsdatum 14.10.2018, mit einer Antragsfrist bis zum 14.09.2018 und wurde am 13.10.2018. Ich habe so ein widerliches Manöver nicht erwartet. Nicht von meinem Landesverband. Ich sage bewusst Verband und nicht Vorstand.

Ich wurde darüber bisher nicht offiziell davon informiert. Weder durch den bis dahin amtierenden Vorstand, noch durch den Landesvorstand. Für jeden Scheiss kommt eine Umfrage, oder eine Benachrichtigung, aber bei der Auflösung des Kreisverbands ist so etwas nicht möglich. Das muss diese Transparenz sein, von der immer alle reden!

Sicherlich hätte ich mich selbst informieren müssen, was auf diesem LPT laufen soll. Sicherlich habe ich das irgendwie kommen sehen. Sicherlich war das irgendwie unausweichlich. Aber es zeigt mir mehr als deutlich, dass die Piratenpartei sich verändert hat und nicht mehr mit meinen Werten übereinkommt.

So, thank you for the fish!

Wer mich kennt, weiß wie schwer mir so etwas fällt.
Wer mich in den letzten Jahren begleitet hat, weiß wie sehr mir das zugesetzt hat.
Es waren lehrreiche Zeiten! Vielleicht waren es sogar glorreiche Zeiten?

Nicht mein Bochum!

Bochum macht mit! Ja, wobei denn? Na, bei nächtlichen Abschiebungen natürlich! Weil es angeblich nicht anders geht werden Asylbewerber nun nicht mehr von ihrem Abschiebungstermin informiert, sondern in nächtlichen Aktionen auf den Betten gerissen. Kurz ein paar Sachen zusammengepackt und schon ist sie weg. Der Einzelne, die Familie samt ihren Kindern… der Staat spart hier sogar noch bei den Abschiedsszenen, denn Helfer oder Nachbarn werden hier wohl kaum eine Chance auf ein Lebewohl haben. Naja und dann? Dann werden diese Menschen weggebracht. Per Flugzeug, in ein anderes Land. Vielleicht sogar in ihr Heimatland. Ohne Perspektive, denn die hatten sie dort ja schon vorher nicht.

#KeinBockaufBochum Heute ist so ein Tag, an dem ich das laut sagen muss, obwohl ich diese Stadt liebe.

Was man nicht hören möchte…

Ich hatte neulich eine Begegnung mit einem Bekannten meiner Eltern. Sie hatten nach einem Vorfall seit Jahren keinen Kontakt mehr. Neulich sah ich ihn dann auf seiner neuen Arbeitsstelle, und da ich mit dem Vorfall nichts zu tun hatte, habe ich selbstverständlich gegrüßt. Er hat mich auch auf Anhieb erkannt und nach etwas Smalltalk kam diese Frage, die man eigentlich nicht hören will, wenn solche Jahre hinter sich hat, wie ich.

„Und? Leben die Eltern noch?“ – Diese Frage. Ich weiß, dass sie scherzhaft gemeint sein sollte. Nur leider hat die Antwort keinen Witz. Keine Pointe. Sie ist traurig. Erschütternd.

Ich entschied mich für: „Mama ja. Papa leider nein.“

Sein Blick änderte sich, wie ich es erwartet hatte. Erst Erstaunen, dann Trauer. Ein leises „Scheisse“ entwich seinem Mund. Nach kurzer Zeit hatte er sich wieder etwas gefangen und fragte nach. Nach kurzer Zeit kam meine Mutter dazu und ich war von diesem Gespräch erlöst. Zum Schluss sagte er noch: „Och Mann, das macht mich jetzt fertig. Das versaut mir den ganzen Tag.“ – Ja, sowas kann einem den Tag versauen. Oder Wochen. Oder Monate. Manchmal sogar Jahre.

Die beste Krankheit taugt nichts und Krebs ist ein Arschloch.

Manchmal muss es raus

So lautet der Untertitel dieses Blogs und manchmal merkt man erst zu spät, dass man sich an einem oder zwei, vielleicht sogar mehr Stellen falsch verhalten hat. Das kann viele Gründe haben. Manchmal ist es die Zeit, die die Erkenntnis bringt, manchmal sind es Ereignisse. Manchmal beides zusammen.

In den letzten Tagen und Wochen bin ich sehr nachdenklich geworden. Ich habe Vorkommnisse in der nahen Vergangenheit immer wieder und wieder durchdacht und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass ich mich eben manchmal falsch verhalten habe. Statt laut zu werden, habe ich Dinge versucht im Hintergrund zu klären. Auf andere in Ruhe einzuwirken und dort zum Umdenken anzuregen. Leider ohne Erfolg. Ich habe andere damals nicht in Schutz genommen, wo ich es hätte tun sollen. Der Grat zwischen Kritik und Mobbing ist schmal, aber es ist nie richtig den Mund zu halten, wenn das eine in das andere übergeht.

Aber das geht doch nicht!

Die Stadt Bochum sucht, wie viele andere Gemeinden auch, verzweifelt nach Plätzen, an denen Flüchtlinge untergebracht werden können. Grund hierfür ist, dass man die aktuelle Situation, trotz Warnungen von Verbänden und Parteien, nicht hat kommen sehen und nachdem man nach der ‚Flüchtlingsschwemme‘ der 90er die meisten Flüchtlingsheime geschlossen und oftmals abgerissen hat. Die wenigen Stellen, die übrigblieben sind mittlerweile hoffnungslos überfüllt. Hinzukommt, dass die Verteilung der Flüchtlinge nach dem Königsteiner Schlüssel bis auf die Bezirksebene reichen sollte, und manche Bezirke sich bisher vornehm mit der Aufnahme von Flüchtlingen zurückgehalten haben. Größtes Negativbeispiel ist hier der Bezirk Mitte, aber auch hier soll Abhilfe geschaffen werden. Nur wie? Häuserbau kommt kaum infrage und auch das Anmieten von Objekten ist eher schwierig. Also geht man über zur Errichtung von Containerdörfern, auch wenn man genau weiß, dass dies nicht die beste Unterbringungsmöglichkeit bietet. Aber auch für diese Containerdörfer ist die Platzauswahl nicht so einfach, denn im Laufe der Jahre hat die Stadt diverse Grundstücke zugunsten des Haushalts verkauft und so ist nun guter Rat teuer. Aktuell scheint das Vorhaben in Weitmar Flüchtlinge auf einem Gelände neben dem kommunalen Friedhof unterzubringen äußerst makaber, aber auch dies hat in Bochum Tradition. Schon in den 90ern wurden in Laer die Flüchtlinge in einem Containerdorf etwas abseits des Stadtteils nahe des Hauptfriedhofs untergebracht.

DerWesten.de – Stadt Bochum plant Container für Flüchtlinge auf Friedhof

Ein Jahr danach

Ein Jahr ist nun die schwerste Zeit und auch der schwerste Tag in meinem Leben her. Ich musste die letzten Tage immer wieder daran denken, was ich an diesen Tagen im letzten Jahr getan habe. Es ist um so viel ruhiger geworden. Die Vater-Tochter-Gespräche fehlen mir. Der Techtalk. Die Diskussionen über die Serien. Wie hätte er die letzte Staffel Game of Thrones gefunden? Ganz banale Dinge, und doch so wichtig für mich. Ein Jahr ist um. Ich hab es überstanden, und mich zurück ins Leben gekämpft. Dabei haben mir einige Leute beigestanden. Dafür bin ich dankbar, auch wenn man mir das nicht immer anmerkt. Auf ins nächste Jahr. Es wird Zeit, dass auch der Blog wieder mit Leben gefüllt wird.