Wenn man einfach die Schnauze voll hat

, dann kann man schonmal laut werden und genau das ist auch Daniel Düngel von der Piratenfraktion passiert.

Nachdem die Piraten nun seit fast zwei Jahren lang versucht haben sich im Politikleben zurecht zu finden und die Regeln zu verstehen, haben immer mehr die Schnauze voll. Da werden Anträge zum Schutz von Politik, Wirtschaft und Bürgern vor der NSA Ausspähung gestellt und verschwinden in der Versenkung oder sie werden mit großer Mehrheit abgelehnt und dann kommen Monate später dieselben Abgeordneten daher und beschweren sich in einem offenen Brief darüber, dass die Rechner im Landtag ja auch abgehört werden können. Alles andere interessiert nicht. die Wirtschaft interessiert nicht. Millionen Bürger interessieren nicht. Es geht denen nur darum IHREN Arsch zu retten. Ähnlich wie bei unserer Bundeskanzlerin. Die ist auch nur empört, wenn es sie direkt betrifft.

Es ist zum Kotzen! Wir reden uns seit Monaten die Schnauze fusselig. Wir gehen auf die Straßen und es interessiert die Menschen, die etwas ändern könnten einen Scheiß.

Und was ist nun mit Daniel? Na der hatte ein Gespräch mit dem Präsidium. Vermutlich ist Richtung „Herr Düngel, benehmen Sie sich mal! Sonst streichen wir Ihnen den Dienstwagen.“, was eine Beleidigung der Demokratie an sich ist. Es scheint so als würde er mit seiner Aussage das System beschädigen. Dabei ist es für mich klar: diese Demokratiesimulation ist kaputt. Wie Daniel es nennt: ein krankes System.

Es geschieht so viel Scheiße in diesem Land. Was muss man einem Menschen bezahlen, dass er das mitansieht und es nicht ändert?

Offensichtlich irgendwas mit 8612 Euro.

Daniels Blogeintrag
WDR – Landtagsvize nennt Parlament „krankes System“

Da fragt man sich schon, warum so jemand im Parlament sitzt?

Schon klar, dass sie ja ’nur‘ ein Mitglied des Landtags ist, aber immerhin eines Landes in Deutschland. Ob ich mich durch so jemanden vertreten fühle? Denkt euch einfach euren Teil.

Wo ist eigentlich der Pofalla hin?

Nachdem er die NSA Affäre heldenhaft für beendet erklärt hatte und sich dadurch zum Clown der Nation wandelte, ist unser Graf Pofallalalaa im neuen Kabinett nicht mehr zu finden gewesen. Nicht weiter schlimm… dachte man. Naja und dann kam raus, dass er nun zur Bahn wechselt.
Schon stürzten sich die Onliner auf diese Meldung. „Pofalla erklärt Jahreszeiten für beendet. Ab jetzt gibt es nur noch Frühling!“ und andere fiese Kommentare. Aber kann man das denn überhaupt so glauben? Was kann dieser Typ? Kann der überhaupt was? Und klingt das nicht mehr als bekloppt? Ein Ex-Bundesregierung Gollum fliegt ähm geht aus persönlichen Gründen aus der Politik und taucht dann in einem ehemals staatlichen Unternehmen als Berater wieder auf? Das stinkt doch nach Vetternwirtschaft. Das können die doch nicht so schnell machen? Dachte ich jedenfalls. Naja und wir kennen ja auch unsere Journalisten… die hinterfragen solche Infos ja auch nicht mehr. Bloß raus mit der Meldung. Auf Twitter gab es immer mehr Tweets mit eine Postillon Hashtag und ich zweifelte an der Richtigkeit der Meldung. Da war ich wohl nicht die Einzige.

Fefe – Pofalla geht zur Bahn

Ich finde es großartig, dass wir in einer Zeit leben, bei der man Satire und Realität so wenig auseinanderhalten kann. Ich habe das ja schon häufiger gebloggt, dass mir die Satiriker leid tun in Zeiten wie diesen.

Ich weiß nicht, ob großartig das richtige Wort ist, um die Situation zu beschreiben, aber generell erklärt dieser Satz, warum die Kabarettisten alter Schule sich immer mehr zurückziehen. Denen fällt einfach nichts überzogenes mehr dazu ein.

Das Ende einer Amtszeit naht

Wochenenden und Feiertage haben sich ja die letzten Wochen die Klinke in die Hand gegeben. In den Läden herrschte sinnliche Kriegsstimmung. Jeder dachte an den anderen, und vor allem, was der einem wegkaufen könnte. Aber das ist nun vorbei. Es ist Zeit sich wieder auf die wichtigen Dinge des Lebens zu konzentrieren.
Hrhr, ja die Piraten. Für mich momentan insofern wichtig als das ich mich gerade da wieder herausziehe. Warum? Ich finde mich in der Partei gerade nicht wieder. Ich bin genervt, von vielem und vielen.
Ich hatte mich vor 11 Monaten mehr oder minder freiwillig zum Verwaltungspiraten des Kreisverbandes wählen lassen. Intention war es, den Verwaltungsscheiß von den anderen fernzuhalten, damit diese arbeiten konnten. Aber es kam alles anders.
Frisch gewählt, ohne genauen Plan, was wie geht habe ich mich ans Werk gemacht. Ich habe versucht Informationen zu bekommen, ich habe an einer Datenschutzschulung teilgenommen und ich habe versucht mich einzuarbeiten. So ganz von allein ist das natürlich schwer, denn mein Vorgänger hatte mir nicht viel hinterlassen und auch von ‚oben‘ gab es kaum Hilfestellungen. Früher soll es mal so etwas wie Schulungen gegeben haben, aber das scheint mindestens genauso vergessen zu sein, wie das wir uns mal um eine neue Politik kümmern wollten. Hilfe bekam ich vom örtlichen Schatzmeister, was aber auch wiederum eigentlich nur Glück war, denn er ist schlicht auf allen Ebenen der Partei aktiv.
Nur allzu schnell fand ich mich in Satzungen und Gesetzesbücher wühlend wieder. Naja oder auch nicht, denn im Gegensatz zu manchen Menschen, die der Meinung sind alles reglementieren und festschreiben müssen, bin ich der Meinung, dass man das menschliche Miteinander wichtiger erachten sollte als ‚Sein gutes Recht‘. Ich verlor mich ein stückweit. Je mehr ich versuchte mit der Situation zurecht zu kommen, desto mehr fand ich mich darin nicht mehr wieder. Was mich anfangs anspornte, wurde immer mehr zur Qual. Stunden um Stunden diskutierten wir in den mir so ungeliebten nicht-öffentlichen Sitzungen. Allein. Meistens. Gelegentlich hatte wir unsere Anwälte dabei und das sollte eigentlich alles sagen. Unsere Anwälte. Ich hatte bis dahin Anwälte nur in meinem privaten Umfeld erlebt. Nein, nicht um mich vor Gericht zu vertreten, sondern als Menschen, die mit mir rausgehen und feiern. Eben nicht Menschen, die mir sagen, was in der aktuellen Situation wohl besser wäre und wie weit eine Fehlentscheidung für mich und mein Privatleben Konsequenzen haben könnten. Das erste Mal in meinem Leben war ich dazu gezwungen darüber nachzudenken mich rechtlich vor anderen Menschen zu schützen, denn die könnten mir unter Umständen das Leben zur Hölle machen.
Das Leben zur Hölle machen… ich bin mir nicht sicher, wie andere Menschen das sehen, aber ein stückweit war es das bereits. Ich dachte, es wäre eine gute Idee sich in Arbeit, und sei es Parteiarbeit zu verlieren. Aber statt mich von anderen Problemen abzulenken, schufen sich einfach immer mehr Probleme. Probleme, die mich an dem Menschen zweifeln ließen. Nicht einmal mein angekündigter Weggang wurde mehr oder minder zugelassen. Ein dummer Zufall sicherlich, und ich hätte auch einfach einen weiteren Schritt gehen können, aber ich wollte nicht weitergehen. Ich wollte nicht vollständig aufgeben. Und so musste ich diesen ganzen Mist weitere 2 Monate ertragen.
Ich wollte andere dabei unterstützen Politik zu verbessern, aber was habe ich wirklich geschafft? Für mich ist die Antwort relativ klar: Nicht viel. Versteht mich nicht falsch. Meinen Job habe ich gemacht, aber wie es scheint hat dies einen anderen Eindruck vermittelt als ich die Intention hatte. Ich wollte motivieren sich zu entspannen und unsere Ziele weiter zu definieren. Aber ist dies denn geschehen? Rückblickend kann man ernüchternd feststellen, dass es offensichtlich mindestens doppelt so wichtig ist, das Miteinander in Regeln zu pressen anstatt ein Miteinander zu finden. Die Strömungen innerhalb des KVs trafen immer häufiger auf Barrieren und das anschwimmen gegen diese Barrieren demotivierten immer mehr. Der Wahlkampf brachte nicht zuletzt immer neue Probleme. Immer wieder gab es Aktionen, Infostände und nicht zuletzt Diskussionen. Was man machen müssen – Was man machen könnte – Was man machen sollte. Wir haben mit Abstand den längsten Wahlkampf gemacht und waren nur zu schnell an die Grenzen gestoßen. Die Veranstaltungen wurden seltener besucht. Oftmals war es eher ein Kampf der Organisation als ein Wahlkampf selbst.
Ich muss einfach zugeben, dass ich mir einiges anders gedacht habe. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass sich die Piraten so geändert haben. Sie sind auf vielen Gebieten zahm geworden. Viele orientieren sich daran, was der Vorstand ihnen vorgibt. Es wird zwar über Mitbestimmung gesprochen, und diese auch gefordert, aber ich habe immer mehr das Gefühl, das man sich nur allzu gern zurücklehnt. Natürlich gibt es auch Ausnahmen.
Ich werde nun also wieder einmal meine Aktivität zurückfahren. Dieses Mal um für mich herauszufinden, wie viel Energie ich in das Piratenprojekt noch investieren will, denn so wie es jetzt ist, ist es unerträglich. Eine Änderung würde jedoch einen massiven Energieeinsatz bedeuten. Ich weiß nicht, ob ich dazu bereit bin.

Und wieder haben die Amis uns überholt

Wie auch schon in der Gesetzgebung für Homosexuelle hat uns ein Staat der USA in einem interessanten Bereich überholt.

In Colorado ist der Genuß von leichten Betäubungsmitteln (Cannabis) nun legalisiert und zudem vom Staat reglementiert. Es gibt nun einen legalen Markt für diese Droge, wie auch schon für Nikotin und Alkohol. Das werden einige Leute nicht gut finden, aber es ist doch nun mal so, dass es Menschen gibt, die mit Drogen klar kommen und Leute, die damit nicht klar kommen. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um Alkohol oder Cannabis handelt. Mit den passenden Regeln spricht nichts dagegen Menschen die Wahl zu lassen, ob sie sich zukiffen oder zuschütten wollen. Ich würde sogar noch weiter gehen, denn von Kneipenschlägereien oder Belästigungen durch Kiffer habe ich noch nicht gesehen. Säufer dagegen neigen eher zur Gewalt.

Natürlich gibt es auch bei Cannabis die Gefahr, dass Menschen abrutschen, jedoch ist es mit Alkohol nicht anders. Das ist tatsächlich noch ein Problem, das ich sehe. Wichtiger wäre es vielleicht Menschen zu mehr Selbstverantwortung zu bilden und ggf. auch Menschen beizubringen, dass sie auf die Menschen in ihrer Umgebung besser achten.

Ich jedenfalls bin gespannt, wie das in Colorado weiterläuft. Vielleicht ist der steuerliche Anreiz ja auch interessant für andere Länder? In Berlin ist ja ein Pilotprojekt geplant, das eine ähnliche Thematik haben soll. Dort soll in unmittelbarer Nähe zum Görlitzer Park eine Kifferstube eröffnen, was sicherlich noch interessant werden wird, wenn die Schwarzmarkt-Dealer dem legalen Laden den ersten Besuch abstatten.