Geschichte vs Gegenwart

Da kommentiere ich heute mittag noch Hendryk Hollbecks Blog Eintrag, dass es den meisten Menschen gar nicht bewusst ist, dass der Satz „Jedem das Seine“ als Teil der deutschen Geschichte überbewertet wird, man diesen jedoch nutzen sollte, andere Menschen gerne mit dem Thema Konzentrationslager und Nationalsozialismus zu konfrontieren. Aus den Augen, aus dem Sinn darf da eben nicht passieren.

Und nun DAS

Ein Rabbiner meldet sich zu Wort, dass das Gerichtsurteil zur Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen einer Körperverletzung gleich kommt, die Zukunft der Juden in Deutschland gefährdet. Er geht sogar noch weiter und sagt: „Eine der schwersten Attacken auf jüdisches Leben in Europa“.

An diesem Punkt frage ich mich tatsächlich: Gehts noch? Das deutsche Gericht hat entschieden, dass ein medizinisch nicht notwendiger Eingriff eine Körperverletzung ist. Aus welchen Gründen auch immer sollte es anderen Menschen nicht gestattet werden darüber zu entscheiden, wann und ob jemandem aus religiösen Gründen Schmerzen zugefügt werden dürfen?
Aus eben diesem Grund ist ja auch in Deutschland die Beschneidung von Mädchen oder Frauen verboten. Ich wette auch bei diesem Thema gibt es eine ausreichend große Anzahl an Befürwortern. Und trotzdem werden jedes Jahr kleine Mädchen von ihren Eltern nach Afrika verfrachtet, um dort diese Prozedur durchführen zu lassen. Sowas dürfen wir als Gesellschaft nicht zulassen.

Es geht hier also zum einen nicht nur um die Frage: Religion vor körperliche Unversehrtheit, sondern auch Judentum vor Islam? Sowohl die eine als auch die andere Frage ist für mich leicht zu beantworten: Keinem Menschen, und schon gar keinem Kind, sollten aus solchen Gründen Schmerzen zugefügt werden, egal welchen Geschlechts oder welcher Religion. Der einzig akzeptable Grund ist der Medizinische, und auch hier sollten die Schmerzen so gering wie möglich gehalten werden.

Wie aber gerade ein Rabbi auf die Idee kommt solche starken Worte zu wählen lässt mich einfach nur die Hand Richtung Gesicht wandern.

Am Ende der Stadt

Erst heute wurde ich auf der Arbeit darauf angesprochen, warum der Bochumer Kulturdezernent auf seiner Facebookseite und auch auf Blogs wie Pottblog oder Ruhrbarone Diskussionen anfängt, dann aber wenn er Gegenwind bekommt nicht weiter darauf antwortet und so der Diskussion entgeht. Ich habe darauf keine sinnvolle Antwort gehabt, aber mittlerweile sticht diese hervor.

Herr Townsend scheint schlichtweg mit argumentgetriebenen Diskussionen nichts anfangen zu können. Da ich nicht mit ihm bei Facebook ‚befreundet‘ war konnte er mich nicht blocken, aber er hat es nachweislich mit zwei Personen getan, die ich kenne und die mir bisher als gemeinsame Freunde angezeigt wurden. Nun steht dort nur noch 1 gemeinsame/r FreundIn. Warum dort noch immer eine 1 steht? Nun besagte Freundin hat in der letzten Zeit nicht auf die Geistesblitze von Herrn Townsend reagiert.

Man wird sehen wohin das führt. Mir zeigt es, dass sich auch hier nach Möglichkeit aus der Diskussion herausmanövriert wird. Nicht die feine englische Art, aber was will man auch erwarten?

Angie und das Meldegesetz

Wie bestimmt alle mitbekommen haben hatten wir EM. Also Fussballspiele ohne Ende und genau zu dieser Zeit ist es immer sehr praktisch unangenehme Dinge mal eben durch zu winken.

Dieses Mal sollte es das Meldegesetz sein, dass nun die einzelnen Regelungen der Länder ‚überschreiben‘ sollte. Im ganzen 57 Sekunden wurde das Gesetz in 2 Lesungen verabschiedet. Anwesend waren schätzungsweise 25 Abgeordnete, denn just zu diesem Zeitpunkt spielte die Nationalelf gegen Italien im Halbfinale. Zack Bumm Weg!

Diese neue Meldegesetz soll ein Fortschritt in Sachen Datenschutz sein, wurde gesagt. Immerhin könnten die Bürger nun offiziell gegen die Weitergabe ihre Daten Einspruch erheben. Gut, wenn ein Unternehmen gerne seine Daten auffrischen will, dann soll das immer noch möglich sein.
Hier in NRW kann jedoch keine Rede von einer Verbesserung sein, denn hier konnte mit der gleichen schriftlichen Reingabe sämtliche Weitergabe der Daten an öffentliche Unternehmen und Personen untersagt werden. Lediglich der Datentausch der Behörden untereinander wurde nicht eingeschränkt.

Dieser Gesetzentwurf ist nun mittlerweile 14 Tage alt und erst seit ein paar Tagen formiert sich Widerstand und dieser hat nun offensichtlich Erfolg, denn gerade kommt die Meldung herein: „Bundesregierung will Meldegesetz kippen“. Halt stop! Wie das? Ihr Pappnasen habt das doch gerade erst abgestimmt! Und waren die es nicht auch, die das ganze Gesetz überhaupt erst eingebracht haben?

Mutti scheint aus ihrem Schlaf erwacht. Sie will den Meldegesetzentwurf aus den eigenen Reihen nochmal ändern. Da fällt mir wieder ein Zitat von Volker Pispers ein: Es ist unfassbar, aber die Merkel regiert durch hinterherlaufen.“ Und so ist es wohl wirklich.

Bochum mutiert zur Weltstadt

Jedenfalls wünscht sich das der Rat der Stadt Bochum und genau deshalb wird nun das Musikzentrum gebaut. Alle Gegenargumente, alle Kostenschätzungen wurden geschickt hinweggewischt, denn man will sich ein Denkmal setzen. Selbst der Bund der Steuerzahler sagt: Geldverschwendung in Vollendung und trotzdem wird es gebaut.

Aber es geht hier nicht einzig und allein um die Entscheidung pro oder kontra Kultur, sondern es geht hier um einiges mehr. Es geht hier um die Zukunft einer Stadt.

  • Einer Stadt in der zahlreiche Brücken gesperrt werden, weil das Geld für die Sanierung nicht reicht.
  • Einer Stadt, die bis heute noch so tief rote Zahlen schreibt, dass der Haushalt seit Jahren nachträglich genehmigt werden muss.
  • Einer Stadt, die die Bürger dazu einläd Sparmaßnahmen zu suchen und mitzuteilen.
  • Einer Stadt mit einem Sanierungsstau der ganze Ordner füllt.
  • Einer Stadt, die von Musikzentren umzingelt ist

Wenn die Stadt schon vor die Wand gefahren wird, dann halt richtig! Und nebenbei wird sich noch eine handvoll Ratsherren und -damen die Taschen füllen. Man kennt bestimmt noch den passenden Bauunternehmer, der für die Auftragsvergabe den ein oder anderen Schein locker macht.
Gut letzteres ist Spekulation, aber ich wette da ist auch etwas Wahres dran. Anders kann ich mir das nicht erklären.

Hier wo das Herz noch zählt, nicht das große Geld. Nett gemeint, aber das trifft nichtmals mehr auf Bochum zu.

Sagt mir bescheid, wenn die erste Zäune um die Slums gezogen werden.

Was versucht Galileo da eigentlich?

Ich sehe es schon kommen… Galileo bekommt eine eigene Kategorie.

Heute haben sie im Test der Stiftung Warencrash versucht eine Bierbank kaputt zu machen.

Zunächst haben sie es mit vielen Menschen versucht. Das ging nicht, also jedenfalls nicht mit 8-10 Personen. Also musste etwas anderes her. Ein Auto! Also ab in die Werkstatt und mit einer Hebebühne einen Nissan Move (ich hoffe das ist die Marke) auf 2 Bierbänke gestellt. Das hat gehalten… also gut 700 kg. Was nun? Ja richtig: Zementsäcke. Also 1250kg an Zementsäcken auf der Bank verteilt. Die Bank hält, jedoch geht der Reporter fast kaputt als die aufgestapelten Zementsäcke ins Rutschen kommen und in seine Richtung kippen. Geistesgegenwärtig versucht er heldenhaft die Zementsackwand am Kippen zu hindern. 1250kg… gegen die Schwerkraft verteidigen … m(
Dann bekam nochmal ein Kung Fu Kämpfer seine Chance. Der wohl Beste, den man für Geld in Deutschland auftreiben kann. Natürlich hatte auch der keine Chance.
Schlussendlich hat der Reporter es dann doch geschafft, mit Hilfe eines Schützenpanzers…

Fazit von Galileo? Solange auf dem Oktoberfest keine Panzer angerollt kommen, ist alles sicher.

Ach neee!