Bye bye, Fiege Pils.

Es ist einfach nur traurig. Das große Bochumer Open Air Festival Bochum Total wird ab 2014 nicht mehr von der Privatbrauerei Fiege beliefert, sondern zukünftig von Königspilsener. Nun werden Einige sagen: „Ja und? Ist doch nur Fiege!“ Aber Fiege ist nicht einfach nur Bochumer Bier, sondern vielmehr eines der wenigen eigenständigen Biere. Es gehört eben nicht in die Reihe der Bierkonzerne. Fiege ist einfach nur Fiege. Wie vor 20 oder 30 Jahren. Ohne Schnick Schnack. So wie der Pott eben auch.

Man muss sich die Frage stellen, warum sich solch eine kleine Brauerei halten kann und diese Frage lässt sich damit beantworten, dass Fiege den Großteil des Kundenstamms über die Präsenz auf so gut wie jedem Fest in Bochum generiert. Die Menschen treffen sich am Fiege-Stand und man trinkt auch die Woche nach der Feier gerne noch ein Fiege zuhause. Trotz seiner herben Note und dem verhältnismäßig hohen Preis ist es auch bei den jungen Erwachsenen beliebt.

Es bleibt abzuwarten wie Königspilsener auf Bochum Total 2014 abschneiden wird, aber ich sag mal so: Mein Fiege kann ich überall in der Innenstadt kaufen. Der Erlös muss ja nicht ins Festival fließen.

DerWesten – Bei Bochum Total kommt das Bier jetzt aus Duisburg

Und weil es noch nicht traurig genug ist, hier noch ein kleiner Hint in Sachen Qualitätsjournalismus.

Fiege-Cheg

Der Kunde ist König

… naja zumindest solange er nicht homosexuell ist.

So jedenfalls sieht es Guido Barilla, Chef des Nudelherstellers Barilla.

„Wir werden niemals Werbung mit einer homosexuellen Familie machen, denn wir unterstützen die traditionelle Familie. Wenn Homosexuellen das nicht gefällt, können sie gern die Nudeln eines anderen Herstellers essen.“

Sicherlich bleibt es jedem Hersteller überlassen, wie er seine Produkte bewirbt, jedoch sollte man bei der Erklärung dann doch ein wenig auf die Wortwahl achten. Es wäre so einfach gewesen, zu erklären, warum am tradionellen Familienbild festhält, oder kennt jemand von euch eine Nudelwerbung mit Alleinerziehenden? Vermutlich nicht.

Ich bedauere es gerade ein wenig, dass ein Boykott der Barilla-Produkte meinerseits sich nicht in deren Bilanz niederschlagen wird. Nicht weil das nur geringe Mengen wären, sondern vielmehr weil ich diese Pasta auch zuvor schon nicht gekauft habe.

Eine Seuche namens SAP Verwaltung

Jaja, ihr habt es bestimmt schon in den Artikeln zum LBV gelesen, aber die Seuche des 21. Jahrhunderts hat einen Namen und sie heißt SAP. Wie die H5 Grippen gibt es auch hier Unterarten. Momentan macht uns allen das nette SAP Verwaltung zu schaffen. Erst heute habe ich ein Mahnschreiben meiner Krankenversicherung bekommen. Sie konnten nicht vom genannten Konto abbuchen und deshalb wurde die Einzugsermächtigung widerrufen. BULLSHIT! Klar. Aber mit einer Erklärung und der laufenden Vertragsänderung beim Arbeitgeber war das dann ganz schnell umgebogen und ich lehnte mich in meinem Bürostuhl zurück bis… naja bis die Krankenversicherung erneut anrief. Dieses Mal eine Dame mit der ich schon einmal telefoniert hatte. Vor ca. 14 Tagen als ich eben wegen der Vertragsänderung dort angerufen hatte. Sie war etwas verwirrt, weil die Kontodaten verschwunden seien und sie nun nicht wissen, wohin sie die Erstattung buchen solle. Hmm Erstattung klingt ja gut. Also gab ich direkt an gerade noch mit einem Kollegen telefoniert zu haben, weil ich eine Mahnung erhalten haben. Sie: „Ja, da wird etwas bei der Systemumstellung schiefgelaufen sein.“ – „Systemumstellung?“ – „Ja, wir haben hier nun ein neues Verwaltungssystem.“ – „Lassen Sie mich raten: SAP Verwaltung.“ – „Richtig. Kennen Sie das auch?“ Ich konnte mein Lachen nicht unterdrücken und erzählte ihr von den LBV Problemen und der Hoffnung, dass mein Arbeitgeber nicht auch darauf umstellt. Aus irgendwelchen Gründen hat sie mir begepflichtet. Wir haben schnell einen Datenabgleich gemacht, ich habe die Kontonummer noch einmal genannt und wir haben uns verabschiedet.

Jaja, SAP, da weiss man, was man hat.

Und da ist die Trafficgrenze auch schon

Was vor wenigen Wochen noch vehement von der Telekom dementiert wurde, ist nun Gewissheit! Ab dem 2.5.2013 beinhalten Neuverträge mit der Telekom eine Drosselung auf 384 KBit / sek. Je nach Tarif ab 75 GB im Monat. Das muss man sich mal reinziehen. Wenn ich dann meinen Rechner neuinstalliere, dann muss ich meine Spielbibliothek neu herunterladen und verbrauche dabei schon mindestens die Hälfte dieses Datenvolumen. Oder ein Spielupdate läuft schief, ist mir erst bei Origin passiert. Dann lade ich das Update von 4-5 GB herunter, die Installation zerschiesst mir das Spiel und ich muss alles, auch das Update erneut herunterladen. Das sind dann aktuell 30 GB für nur ein Spiel, ohne es auch nur gestartet zu haben. Dazu dann noch die Updates, die das Betriebssystem haben will, die auch einige GBs ausmachen. Wer dann noch so doof war das Lovefilm Angebot von Amazon Students anzunehmen wird sich nach nur 4-5 Tagen in den Arsch beißen. Und das alles, ohne auch nur eine Straftat zu begehen.
Dabei habe ich nur einen kleinen Ausschnitt meiner Internetgewohnheiten genannt. Einmal Server sichern? Gut 1GB. 4 Folgen Dailyshow schauen 1,6 GB. Streamingangebote der Sender schauen locker weitere 6-8 GB und das auch nur, weil ich mir einiges, was ich anschauen sollte eben doch nicht reinziehe. Onlineradio, Youtube, Clouddienste…
Und das sind nur die Daten, die ICH aus dem Internet beziehe. Ich bin aber nicht die einzige Userin an diesem Anschluss.

Ich bin ein Gänseblümchen!

Nein, jetzt wirklich. Wenn ich diesen Song jetzt nicht im Kopf hätte…

Ich bin gerade an meiner Masterarbeitsstelle eingetroffen und darf die Arbeit einer professionellen IT Unternehmung sehen. Zum Kotzen! Und das ist noch nett ausgedrückt. Schon die Planung war unter aller Sau. Der Raum wurde von denen nicht richtig vermessen. Die Kabelführung nicht geplant und wo genau man Netz herbekommt wusste man in der Woche des Aufbaus auch noch nicht. Helden, einfach nur Helden.
Nun komme ich das erste Mal seit diesem Aufbau wieder ins Büro und siehe da. Auf dem Arbeitsplatz, den ich mal mein Eigen nennen konnte, liegt ein Server. Ja, ihr lest richtig: AUF dem Schreibtisch. So ein Ding, was man in einen ‚trommelwirbel‘ Serverschrank einschieben kann. Nicht so schön flach wie ein Bladeserver, aber mindestens 3 mal so laut. Klingt ein wenig wie ein Eurofighter im Leerlauf.
Die Lautstärke des Servers und vorallem der Lüfter ist dem Standort geschuldet, denn der ist in einem Eckraum an der Südseite des Gebäudes, und deshalb laufen die Lüfter dauerhaft mit voller Leistung. Wenn man es genau nimmt, dann liegt der Raum sogar in Süd-Südwest. In diesem Raum saß bisher nur niemand, weil es immer zu warm war, vor allem im Sommer. Deshalb habe auch nur ich da einen Arbeitsplatz ergattert. Ihr merkt was, ja?
Auf der Tastatur liegt ein Zettel mit IP Adressdaten, einer Handynummer und dem Passwort. Ja, DEM Passwort und sagen wir mal so: Es ist nicht sicher! Es fällt in die Kategorie Accountname: Admin, Password: Admin. Natürlich war das nur ein Beispiel, denn ich würde das richtige Passwort sicher nicht verraten.
Nun ja, laut Planung sollte der kleine Eurofighter im Lernraum mit den Clients stehen. Bei dem Gedanken muss ich unweigerlich lachen. Helden! Ich sags ja.
Ich habe mir jetzt am Schreibtisch daneben einen Arbeitsplatz freigeräumt. Stellt sich die Frage, ob ich die Masterarbeit überhaupt noch hier schreiben kann und möchte. Denn wieder einmal wird mir klar, dass das Thema IT-Sicherheit einfach nur Augenwischerei ist. Man kann Wochen, Tage, Monate versuchen IT-Systeme zu verbessern und sicherer zu machen. Das größte Sicherheitsproblem von allen ist und bleibt der Depp vorm Monitor. Was mich noch stört ist die Tatsache, dass es niemand für nötig hielt mich von diesem Mist in Kenntnis zu setzen. Mein neuer Arbeitsplatz ist mit dem Rücken zum Fenster, ihr erinnert euch Süd-Südwest.

Wenn die Großen ihre Spielchen spielen,

dann rollen bei den Kleinen schonmal Köpfe.

So auch dieses Mal. Manager und Aufsichtsrat von ThyssenKrupp verkacken auf ganzer Linie in den USA und wer darf nun wieder unter Einsparungen leiden? Die Arbeiter. 2000 von 27600 Stellen werden gestrichen, um 500 Millionen einzusparen. Sicher wird es für die Kleinen keine Abfindung geben. Die entlassenen Vorstände jedoch gehen mit einem vollen Koffer (10 Mio. Abfindung) und im Aufsichtsrat tut sich ganz genau gar nichts. Ein Herr Cromme wird niemals seinen Platz räumen. Weder bei ThyssenKrupp, noch bei Siemens und wer weiss, wo der Typ noch zehntausende Euros fürs Nichtstun kassiert. Am Arsch ist halt mal wieder der Kleine.

tagesschau – ThyssenKrupp streicht die nächsten 2000 Jobs