Der Fettnapf des Tages geht an:

Eine Journalistin der Welt. Ich schätze Tina Kaiser war es, aber ganz klar ist das nicht.

Grund dafür ist dieser Artikel auf Welt online.

Der Artikel ist der blanke Hohn. Hier versucht eine Journalistin einen Weltstar absichtlich schlecht darstehen zu lassen und als er von sich aus schon nicht ausreichend peinlich ist, stellt sie ihm in passender Manier die passenden Fragen und schon hat man einen wunderbaren Skandal.

Der Beigeschmack des Artikels ist reichlich bitter, wie man an einigen Zitat sehr schön belegen kann.

„40 Stühle waren aufgestellt in dem kleinen Raum. Niveau hat das hier, dicke Teppiche, Wände und Decken mit edelstem Stuck ausgekleidet.“
„Englisch sei die universelle Sprache in seiner bekanntlich weitläufigen Familie, sagt er mit breitem, deutschem Akzent.“
„Die Gastfreundschaft der Briten, die Musikszene und die abwechslungsreiche Küche. „Kwesin“, sagt Becker. Das soll wohl „cuisine“ heißen. Französisch kann er auch, der Weltstar.“

Das da ist alles nicht nett. Dann die Fragen der ‚Welt‘-Reporterin:

„Es ist interessant, dass Sie in Großbritannien ein soviel positiveres Image haben als in Deutschland. Woran liegt das? Haben Sie sich deshalb für den Job als Botschafter entschieden? Oder hat das mehr mit Ihren Problemen mit Ihrer Villa auf Mallorca zu tun, für die Sie angeblich nicht mehr die Rechnungen zahlen können? Sind Sie deshalb auf der Suche nach zusätzlichen Jobs?“

„Das war nicht sehr nett, zugegeben. Aber ein Medienstar muss das aushalten können.“

Richtig! Das war nicht nett und auch vollkommen unangebracht! Und wer bestimmt eigentlich alles, was ein Medienstar aushalten muss und was nicht? Wie in dem Artikel treffend beschrieben

„Der Tennisstar wirkt selbstsicher und entspannt. Lächelnd goutiert er jede Frage als sehr gut, sprüht vor Charme. Die Menschen mögen ihn hier. In Gegensatz zu seinem Heimatland hat er es in Großbritannien geschafft, ein angesehener Tennisexperte zu werden. Als BBC-Fernsehkommentator wird er hoch geschätzt.“

Dagegen

„In Deutschland dagegen wird er eher an seinen Fehltritten gemessen: Steuerhinterziehung, Samenraub in der Besenkammer, gescheiterte Geschäftsversuche, zuletzt der Skandal um seine Villa auf Mallorca, die bald zwangsversteigert wird. Handwerker werfen Becker vor, er habe ihre Rechnungen nicht beglichen.“

Woran liegt das? Vielleicht an der Skandallust der deutschen Reporter? Vielleicht an der widerwärtigen Art wie der Axel Springer Verlag, zu dem die ‚Welt‘ gehört, versucht Quote zu machen? Mir wird schlecht!

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