Der Letzte macht das Licht aus

Das werde ich heute nicht sein, aber für einen wird es wohl der letzte Tag oder vielmehr die letzte Nacht in dieser Welt sein. Ich kenne ihn. Schon mein ganzes Leben lang, und eigentlich noch länger. Ich habe ihn lachen und auch weinen sehen. Wir haben uns gezofft und manchmal sogar angeschrien. Nun liegt er hier, keine 10 Meter entfernt in seinem Bett. Aus einem Tropf fließt Schmerzmittel und es ist klar: Es wird ein baldiger Abschied. So viele Male hat man gesagt: „Bis gleich“ oder „bis nachher“. Dieser Abschied wird für immer sein. Naja, vielleicht nicht für immer? Je nachdem woran man glaubt. Vielleicht auch nur die nächste Version der Matrix. Vielleicht ist die ja die Richtige?

Nachtrag am 2. Juli 2014: Er hat es nun geschafft. Mein Vater ist heute morgen im Alter von nur 57 Jahren verstorben. Viel zu früh sagt man sich. Viel zu schnell hatte der Krebs die Oberhand gewonnen. Zu schnell für uns. Nur noch ein paar Jahre, Monate oder Wochen länger. Nur ein kleines bißchen noch. Aber es wäre nicht fair gewesen. Nicht fair ihm gegenüber, und damit auch nicht uns gegenüber. Die Nacht war schwer, aber hat es sich gelohnt. Er konnte in Ruhe gehen.

AufHaldeHohewart