Virtuelle Freunde. Geht sowas?

Viele werden sich diese Frage schon gestellt haben, wenn sie mich schonmal über die Online-WG oder irgendwelche Spiele haben reden hören.

Virtuelle Freunde. Die sind doch gar nicht echt! Die können dir sonstwas vorlügen und du wirst es ihnen, wenn du naiv genug bist, glauben. Aber wie naiv ist der Mensch denn in dieser Beziehung? Wie weit kann ein Mensch über Jahre hinweg einen anderen seine wahre Identität vorenthalten? Ich weiss es nicht. Ich habe schon viele kommen und gehen sehen, aber für jene, die geblieben sind, würde ich meine Hände ins Feuer legen. Oftmals sieht man sich auch online Monate, wenn Jahre nicht und dann, ja dann ist es wieder da. Ein Name, eine Erinnerung. Ein freudiges Hallo, wie geht es dir? Und schon findet man sich Stunden später am Ende des Gesprächs wieder. Facebook erleichtert es einem auf dem Laufenden zu bleiben.

Auf dem Laufenden hielt mich diese Woche das Profil einer meiner virtuellen Freundinnen. Virtuell, und trotzdem konnte ich mir die Tränen nicht verkneifen. Einer ihrer Söhne war vor einigen Tagen auf dem Schulweg unter einen der (Klein-)Busse geraten. Es stand einige Tage nicht gut um ihn. Doch dann hat er es geschafft. Er ist dem Tod von der Schüppe gesprungen. Knapp, sehr knapp. Sofort musste ich an meine Neffen denken. Der Kleinste von ihr ist in deren Alter. Ein Gedanke folgte dem Nächsten… wie helfen? Virtuell. Sie wohnt über 400 km entfernt. Aber helfen… helfen muss doch irgendwie gehen. Und auch dafür gibt es virtuell Hilfe. Dieses Internet denkt einfach mit.

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