Wenn man alt wird…

dann kommt zwangsläufig neben dem ein oder anderen Zipperlein auch immer der Punkt, an dem man feststellt, dass die Jugend alles anders macht. Nicht immer ist dies schlecht. Viele Sachen laufen anders einfach besser, aber es ist unter Umständen schwer zu akzeptieren, dass das so ist.

Momentan beobachte ich mit großen Sorgen eine gewisse Tendenz innerhalb der studentischen Selbstverwaltung sich der ein oder anderen Diskussion nicht zu stellen, in dem man den Diskutierenden die Basis entzieht. Bei den einen versucht man dieses, in dem man den vermeidliche Erwünschten die passenden Informationen vorenthält. Bei den anderen wird die Diskussionsbasis entzogen, in dem man die Kommunikationswege stört.
Sperren, bannen und moderieren sind heutzutage die Worte, die mir Sorgen machen. Noch mehr Sorgen mache ich mir, wenn mir eben diese Worte dadurch begründet werden, dass eine Person ’schlechte Stimmung verbreitet‘ oder auch ‚andere Personen mobbt‘.
Sicherlich ist es notwendig im Falle von Mobbing besondere Vorsicht walten zu lassen und durchzugreifen. Dennoch sage ich, dass in den Fällen mit denen ich momentan zu tun habe es nicht um Mobbing geht, sondern nur darum sich nicht jeden Scheiss bieten zu lassen und nicht anders schaut es bei der Verbreitung schlechter Stimmung aus.
Es wird versucht Problemen aus dem Weg zu gehen und dies kann nicht der Weg der Politik sein.

Vehement auf Mißstände aufmerksam zu machen ist mit Sicherheit nicht immer förderlich für eine Zusammenarbeit, trotzdem aber sehr wichtig, um größeren Problemen vorzugreifen und das Lösen kleinerer Probleme zu erlernen. Hierbei kommt es sicherlich auch immer auf eine adäquate Ausdrucksweise an, aber gerade wenn es sich um Themen handelt, welche eine gewisse persönliche Involvierheit beinhalten, dann kann der Ton auch schonmal etwas härter werden. Davon kann auch ich mich nicht ganz lossagen. Das finde ich selbst nicht immer gut, aber genau wie ich gegen manche Sachen kämpfe, so tue ich es auch für manche Sachen. Eine anstrengende, aber doch mehr oder weniger liebenswerte Seite an mir, wie ich finde. Auf eines kann man sich immer verlassen: Ich teile mich mit, auch wenn das nicht immer gewüscht ist.

Kommen wir also an der Punkt konkreter zu werden. Bei dem Fall der schlechten Stimmung handelt es sich um den Fachschaftsrat meines Studiengangs, dem ich selbst einmal angehörte. Dieser verfolgt seit einigen Jahren ein Konzept, das Studierende, die sich in ihrer Zeit im Fachschaftsrat übermäßig engagiert haben, eine Ehrenmitgliedschaft in der Fachschaft verliehen bekommen. Dies schließt auch Mitglieder ein, die vor Ende ihres Studiums nicht weiter Fachschaftsarbeit leisten mögen. Wie mich eben. Meine Ablehnung wurde nicht akzeptiert, denn man wollte auf meine Meinung und mein Wissen nicht verzichten. Mittlerweile gibt es eine größere Gruppe dieser Ehrenmitglieder, die wie einst gedacht auch über das Studium hinaus Zugriff auf die Diskussionen des FSRs haben, um eben an diesen teilnehmen zu können.
Dummerweise muss man sagen, dass sich in den letzten 2 Jahren seit meiner Abwesenheit in diesem Gremium wohl etwas an der Auffassung geändert hat. Es wird zwar gesagt, dass die Diskussionen mit diesen Ehrenmitglieder gewünscht ist, doch oftmals kommt es einem schon ein wenig so vor als sei man das lästige fünfte Rad am Wagen, das gelegentlich rausgeholt wird, um ein paar Kilometer über den Asphalt zu kriechen, aber dann möglichst schnell und effektiv wieder unter der Kofferraumabdeckung verschwindet. Noträder, die der Meinung sind gelegentlich selbst mal aus dem Kofferraum herauszukommen werden eher als gefährdend empfunden und so schafft man eine Regelung nach der eben jene Personen ausgeschlossen werden können. Können heißt ja nicht, dass diese Regelung auch angewandt wird, wurde mir auf meine Einwände mitgeteilt.
So sorgt man zunächst auf einer Fachschaftsvollversammlung mit schätzungsweise 30 Wahlberechtigten die rechtliche Grundlage für den Ausschluss, witzelt etwas über jene Personen und lässt den Dingen dann ihren Lauf. „Niemand hat vor jemanden zu sperren.“ wäre wohl der Ausspruch eines vermeintlichen Ulbricht-Enkels gewesen, der jedoch nicht weit genug von der Realität entfernt ist. Schon bald geschieht ein dummer Fehler und eine Person ist gesperrt, gebannt, gelöscht. ‚Hups! Ist uns gar nicht aufgefallen. Da hat sich wohl jemand vertan.‘ Sicherlich reiner Zufall, der auf fehlendes Verständnis zurückzuführen ist, jedoch keineswegs ein kleiner Fehler.
Ich persönlich bin der Meinung ohne die Möglichkeit, die auf der VV geschaffen wurde, ohne die Sticheleien, ohne das alles wäre niemand auf die Idee gekommen jemanden aus dem Forum zu entfernen. ‚Niemand hat vor jemanden zu sperren‘ und doch geschieht es. Mir ist auch klar, dass dies wieder geschehen wird. Dann wahrscheinlich nicht aufgrund eines übereifrigen Foren- /Serveradmins, sondern wahrscheinlich tatsächlich aufgrund einer Entscheidung des FSRs. Und wenn es nur 3 betrunkene Spaßvögel auf einer regulären Fachschaftsratssitzung sind. Denn auch hierfür wurde auf der Vollversammlung gesorgt. Das Szenario ist ohne Probleme möglich. Aber man kann ja nachbessern, wurde mir mitgeteilt.

Der andere Fall ist schon etwas gravierender, wie ich finde, und deshalb auch schwieriger zu beschreiben. Es handelt sich hierbei um einen Zusammenschluss verschiedener studentischer Gruppen, die sich zum Ziel gesetzt haben eine solide Vertretung der studentischen Interessen zu schaffen. Nach einigen Jahren stand auch hier nun ein Generationenwechsel an und dieser kann ohne große Gewissensbisse als gescheitert betrachtet werden.
Zur neuen Generation gehören ein paar Personen, die es leider nicht verstehen berechtigte Kritik zu erkennen und anzunehmen. Sicherlich kann so etwas immer mal vorkommen, doch in den Monaten der Diskussion ist einfach keine Besserung in Sicht. Erst heute kam eine eMail die dies noch bestätigt.
Es geht hier um einen Senator, der die Zusammenarbeit mit dieser Gruppe beendet hat. Die Fraktionssprecherin hat daraufhin der Universitätsverwaltung mitgeteilt, dass dieser zurücktritt. Das hat die UV dann auch akzeptiert. Eine direkte Aussage an die UV von Seiten des Senators gab es nicht.
Dieser hat sich nun seinen ‚Posten‘ wiedergeholt, denn ein Rücktritt wird nicht von der ‚Partei‘ mitgeteilt, sondern immer noch von der Person selbst. Ein Jörg Tauss hätte sonst bestimmt nicht länger Mitglied des Bundestags bleiben können als er die SPD verlassen hat und zur Piratenpartei wechselte.
Nun ja in der (ich hoffe abschließenden Diskussionen) wurde die ganze Geschichte nochmal haarklein wiedergegeben. Der Senator hat das gemacht, der Senator hat dies gemacht. Vor allem aber hat er die Neuen als faul und inkompetent bezeichnet. Genau das wird ihm massiv nachgetragen. Hierzu muss man wissen, dass besagte Neuen ebenfalls im Senat sitzen und schon in der ersten Sitzung eine Reihe an Fragen gestellt haben, die entweder nicht zur Tagesordnung passten oder ganz klar zeigten, dass sie keine Ahnung haben. In den Anfängen der Diskussion war dies auch ganz offensichtlich. Danach wurde die Diskussion auf private eMails verlagert, so dass die Inkompetenz nicht weiter offengelegt wurde. Ein weiteres Mitglied erklärte sich bereit Nachhilfe zu geben. Diese wurde auch zunächst dankbar angenommen. Zum Schluss jedoch, als die Neuen sich in ihrem Terrain sicher fühlten, haben sie direkt begonnen genau diese helfende Hand zu diskreditieren. Ich selbst hatte auch die ein oder andere Kollision, da ich bei der ein oder anderen Gelegenheit nicht die Schnauze halten konnte. Auch mir wurde dies übelgenommen.
Mittlerweile sitzen diese Leute im AStA der RUb und versuchen auch auf anderen Ebenen ihre Macht zu festigen und andere Meinungen fernzuhalten. Schöne neue Welt-.

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