Trafficgrenze bei der Telekom – Der zweite Versuch die Netzneutralität abzuschaffen

(Vorweg vielen Dank an „my daily facepalm“, dass mir Raum für diesen Gastbeitrag geboten wurde. –  Zumpel)

Erinnert Ihr euch noch an René Obermanns Forderungen vor drei Jahren ? Er wollte, dass Google, Apple und Co, also trafficintensive Dienste, Geld an die Telekom zahlen damit diese die Daten an die Kunden weiterleitet. Daraus wurde zum Glück Nichts und bisher scheint es auch nur der Fa. „Orange“ in Afrika gelungen zu sein einen solchen Deal abzuschliessen. Das Problem ist das Wort: „bisher“.

Zur Zeit startet die Telekom einen neuen Angriff auf die Netzneutralität. Diesmal versucht sie die Kunden auf ihre  Seite zu bekommen. Das Unternehmen erklärt ihnen öffentlich wie unfair es sei , dass die Vielnutzer von den Wenignutzern querfinanziert werden und erntet auch noch Applaus für diese Blendgranate. Dabei ist es im Grunde gar nicht so schwer zu erkennen was in Wirklichkeit hinter dieser neuen Form von „Gerechtigkeit“ steckt. Es ist das gleiche Vorhaben wie vor drei Jahren nur in einer anderen Verpackung.

Aber fangen wir vorne an: Wie sieht das neue Modell der Telekom im DSL Bereich eigentlich aus !?
Die Telekom will das Traffic-Modell ändern und nur eine Schein-Breitband-Flatrate anbieten. Man möchte die Geschwindigkeit der Verbindung nach einem Datenverbrauch von 75 GB im Abrechnungsmonat von 16.000 kbit/s auf 384 kbit/s drosseln. Die Kunden kennen diese Modelle bereits von ihren Handyverträgen und es ist nicht unwahrscheinlich, dass viele sich darauf einlassen werden. 75 GB sind ca. 2,5 GB am Tag. Da wird sich manch einer ausrechnen, dass ihm dieses Limit ausreichen wird. Und: Wer will schon diese Power-Filesharer quersubventionieren ?!

Aber das ist zur kurz gedacht. Wer sich moderne Fernsehgeräte ansieht wird leicht erkennen, dass die Zukunft klar in Richtung IP-TV geht. Auch die TV Sender bauen ihre Streaming-Angebote im Netz immer weiter aus und die großen Online-Videotheken sind längst etabliert. Gleichzeitig  wird die Qualität der Filme immer besser, so gehört HD-Qualität längst zum Standard-Angebot. Ähnlich sieht es im trafficintensivem Audio-Bereich aus: Statt Musik zu kaufen abonniert man einen Streaming Dienst wie Spotify… Um es kurz zu sagen: Man braucht kein Orakel zu sein um zu erkennen, dass das Angebot an trafficintensiven Diensten steigen und sich damit auch die Trafficnutzung erhöhen wird. Und auf diese Erhöhung spekuliert die Telekom. Der Nutzer bekommt 75 GB Traffic, die er „frei“ nutzen kann. Darüber hinaus gibt es noch Nutzungsarten, die bei der Trafficberechnung nicht berücksichtigt werden wie die Entertainment-Dienste (IP-TV) der Telekom selbst oder Dienste wie Spotify, mit denen die Telekom eine entsprechende Vereinbarung geschlossen hat. So wird der Kunde eben nur dann von der Traffic-Grenze betroffen sein, wenn er Dienste nutzt, die keinen Vertrag mit der Telekom haben. Damit sind wir wieder beim drei Jahre alten Ursprungsmodell: Dienstanbieter sollen künftig an die Telekom zahlen, damit die Telekom-Kunden ihre Dienste nutzen können. Zahlen sie nicht, wird die Internet-Geschwindigkeit des Kunden gedrosselt.

Das neue Modell ist ein gefährlicher Angriff auf die Netzneutralität. Die Telekom schaltet mit diesem Modell die Konkurrenz gezielt aus. Wer reine Streaming-Dienste, aber keine Internetzugänge anbietet kann seine Produkte nur verteuert und über Gewinnbeteiligung der Telekom an die Kunden bringen. Während in Brüssel über die rechtliche Verankerung der Netzneutralität diskutiert wird, schafft die Deutsche Telekom sich einen Weg diese zu umgehen und missbraucht hierbei ihre Marktmacht.

Und die Politik ?

Die schweigt bisher dazu und begreift im Gegensatz zum ersten Anlauf noch nicht was hier passiert. Die Netzneutralität wird in Deutschland noch immer dem Markt überlassen. Doch wenn dieses Modell Schule macht, heißt es bald nicht mehr nur „Dieses Video ist in ihrem Land nicht verfügbar“, sondern auch „Dieser Dienst ist in ihrem Land nicht verfügbar“. Dann wird das Entsetzen groß sein. Es wird Zeit, dass wir den Leuten erklären was hier läuft und für eine gesetzliche Verankerung der Netzneutralität auf die Straße gehen, bevor es zu spät ist. Wenn wir erst einmal diese Modelle haben, wird es sehr schwer sie wieder loszuwerden.

Bitte helft bei der Aufklärungsarbeit. Bloggt zu dem Thema, mischt euch in Foren ein, und helft mit, dass Netzneutralität in Deutschland zum Thema wird. Es ist Wahljahr.
Selten haben wir soviel Gehör in der Politik wie jetzt.

20 Antworten auf „Trafficgrenze bei der Telekom – Der zweite Versuch die Netzneutralität abzuschaffen“

  1. Als erstes möchte ich Dir einen Sack Kommas schenken, den Du über Deinen ansonsten gelungenen Text verteilen kannst. Zeichensetzungsneutralität hat sich nämlich zum Glück noch nicht durchgesetzt. (Wir erinnern uns, das Kommas Leben retten können…)

    Zweitens stellt sich die Frage, über welchen Markt wir bei Breitbandanschlüssen reden. Vermutlich haben wir es hier nicht mit einem reinen Käufermarkt zu tun, soviel kann als sicher angenommen werden. Aber ich würde der Einkaufsmacht der Masse durchaus zutrauen, dass bestimmte Preismodelle vom Markt nicht akzeptiert werden. Als Beispiel dafür mag man sich mal die Fülle von Varianten im Mobilfunkbereich anschauen.

    Drittens ist es ja so, dass man grundsätzlich doch niemandem vorschreiben will, welches Breitbandvolumen man abzunehmen hat. Richtig, wozu sollten meine Eltern (geschätztes Surfvolumen pro Monat: 1GB) den Raubkopierern ihre Datenstaubsauger quersubventionieren? Es wäre ausdrücklich zu begrüßen, wenn man wieder Volumentarife hätte, die auch die Nutzung widerspiegeln würden. Dies aber -und da gebe ich Dir schon wieder eher Recht- mit dem Ziel, faire Preismodelle anzubieten und nicht, um den Zugang anbieterseitig zu reglementieren.

    Viertens, und da komme ich wieder zu zweitens zurück, sollten wir EIGENTLICH mit dem ganzen Öko-Gequatsche aufhören und Firmen erlauben, ihre Produkte so gut oder so schlecht zu machen, wie es der Vorstand oder der Produktmanager eben kann und will. Der Markt wird es letztenendes regeln; aufgeklärte Verbraucher vorausgesetzt.

    1. Der Markt wird es regeln? Das nicht lache! Zum einen gibt es den von Dir vorausgesetzten aufgeklärten Verbraucher nur in äußerst geringen Mengen und zum anderen folgt oftmals eben das Angebot nicht der Nachfrage.

      Ich möchte hierfür einmal zwei Beispiele aus einen Bereich in dem ich arbeite bringen. PC und Notebook-Bildschirme werden Heute fast nur noch im 16:9 oder 19:10 Format ausgeliefert, für den Privatsektor gibt es um genau zu sein nichts mehr groß anderes. Das liegt aber nicht daran das die Leute kein klassisches 4:3 Format mehr wollten, sondern das die Industrie im Fernseh- und Bildschirmbereich die selten Formate wollte um Geld zu sparen. Der Verbraucher hatte da gar keine Entscheidungsmöglichkeit sondern bekam nur das übliche ‚Friss oder stirb Vogel‘ vorgesetzt. Das außer bei Filmen und Spielen die Bildschirmhöhe wichtiger als die Breite ist, war den Herstellern dabei absolut egal. Als zweites Beispiel möchte ich die Glossy-Bildschirme bei Notebooks im Consumerbereich nennen. Dort hatte bzw. hat der Verbraucher auch keine wirkliche Wahl. Einzig Samsung hat eingesehen das die Glanzbildschirme nicht das Wahre sind. Sie bringen zwar schöne Farben, Helligkeit und Kontrast, jedoch sind sie für das Arbeiten in hellen Umgebungen grausam und belasten die Augen wesentlich stärker als die matten Bildschirme.

      Also wo genau siehst Du das es der Markt regelt?

    2. Danke für die Kommas. Ich freue mich immer, wenn Kritik sich zunächst auf die sprachliche Gestaltung bezieht.

      Zu 2,3 und 4:
      Das Problem ist, dass dieses Modell Schule machen würde. Es wird hier eine künstliche Bündelung zwischen Content und Netzanbieter geschaffen. Ein Problem, welches Du evtl. von den Strommärkten kennst. Hier ist ebenfalls kein ordentlicher Wettbewerb möglich, weil die Netzbetreiber für die Zugänge zu „ihrem“ Netz so hohe Gebühren verlangen, dass es bis heute nicht zu einem Anständigen Wettbewerb kommen konnte. Wir haben das gleiche Problem beim Netzzugang ins Internet. Sollte es der Telekom gelingen ihr Netz in dieser Form zu betreiben, werden andere Provider nachziehen. Fast jeder Provider hat inzwischen sein eigenes Triple-Play-Angebot. Der Kunde hat dann am Ende die Wahl welches er nutzen will, aber was ist, wenn er gar nicht diese Angebote, sondern welche von Nicht-Netzprovidern nutzen möchte ? Was ist mit der Maxdome Videothek ? Was ist mit Angeboten z.B. aus den Staaten, wo die neue Serienstaffel viel früher in der Originalversion angebote wird als hier ? Diese Angebote wären schlicht nicht verfügbar. 75 GB reicht für nichtmals 20 HD-Musikvideos auf YouTube…
      Netzneutralität ist kein Thema, dass wir den Anbietern mit ihren Interessen überlassen dürfen. Es muss der freie Informations und Marktzugang gewährleistet werden. (Wie gesagt: Wir kennen diese Probleme von den Stromnetzen). Das Interesse der Provider ist primär ihre eigenen Dienste zu verkaufen.
      Die Geschichte der Quersubventionierung ist eine reine Blendgranate. Es geht nicht um die Oma, sondern es geht darum, dass Anbieter zahlen sollen und man versucht dies über die Hintertür durchzusetzen. Auf der Strecke bleiben wie gesagt die Kunden, die nicht das vorzensierte Angebot der Zahlungswilligen und -fähigen Anbieter haben.

      1. Ich wollte mit den „Kommas“ Deinen Artikel nicht diskreditieren. Ich dachte, das sei auch durch die folgende, inhaltliche Auseinandersetzung deutlich geworden. Also nichts für ungut, ich begrüße Deinen Einsatz ausdrücklich.

        Wenn ich es mal auf ein anderes Level bringe, was mich an Diskussionen dieser Art grundsätzlich stört… Es wird immer vom unmündigen Verbraucher und den monopolistischen Marktsituationen ausgegangen. David gegen Goliath. Nun, David hatte seine Schleuder und hat Goliath gehörig eine auf die 12 gegeben. Das ist selbstverständlich nicht die Realität in Märkten wie den genannten. Insofern ist es höchst berechtigt, zum Mitdenken aufzurufen, möglichst sogar dazu, den mündigen Konsumenten zu erinnern, dass er mit jeder Konsumentscheidung eine Wahl trifft, wie unser Alltag, unsere Welt etc. morgen aussieht. Das ernüchternde ist jedoch: Den Meisten ist es komplett wurscht. Komplett! Beispiele? Ja-Milch kostet 59 Cent, warum eine aus der Region kaufen? Telekom ist ein inkompetenter, zu teurer Sch***-Monopolist – aber neuestes iPhone im dicksten Tarif. Stromtarif wechseln – wozu, für die 23,50 im Jahr mach ich mich nicht verrückt. Bei Noname tanken statt Aral – doch nicht für die 2 cent pro Liter. Girokonto wechseln – viel zu anstrengend, die 5 Euro pro Monat kann ich verkraften.-Diese Liste lässt sich unendlich fortsetzen.

        Die meisten Menschen in diesem Land sind so unfassbar dumm und/oder ignorant, dass sie Deine Diskussion niemals mit führen werden, weil es ihnen einfach komplett egal ist. Und das eigentlich mit gutem Grund: Was ist der persönliche Grenznutzen, sich mit solchen Themen zu beschäftigen? Dein Aufruf zum Widerstand ist wohl gemeint -bitte nicht falsch verstehen-, er setzt aber ein tiefes Verständnis der Funktion und Funktionsweise von Märkten und legislativ unverstandenen Terrains voraus, das ich der überwältigen Mehrzahl der Einwohner dieses Landes und vieler seiner Volksvertreter schlicht pauschal abspreche.

        Und genau deshalb regelt das am Ende doch der Markt: Wenn es Kosumenten komplett egal ist, hat der Produzent das gute Recht, sein Produkt in seinem besten Sinne zu gestalten. Und dann brauche ich als Legislative genau gar nichts regulieren oder reglementieren, denn das ist die zutiefst demokratische Erwiderung darauf.

        1. Ich kann da Martin nur zustimmen.
          Das Beispiel mit den Bildschirmformaten halte ich eher für einen Apfel Birnen Vergleich.
          Ebenso wie ich die Aussage über den „uninformierten Endverbraucher“ für oberflächlich halte, denn niemand der von dieser 75gb Grenze betroffen wäre, würde danach noch einen Vertrag bei der Telekom abschließen.
          Natürlich kannst du damit argumentieren, dass die Telekom in einigen Regionen derzeit noch alleiniger Anbieter ist. Aber wie lange wäre das bei einer solchen Unternehmenspolitik noch der Fall.
          Gerade Anbieter wie unitymedia würden doch ihren Marktanteil in kürzester Zeit erheblich vergrößern und letztendlich dann auch ins letzte Kaff expandieren um den freigewordenen Marktanteil ab zugreifen.

          1. So, danke!
            Nämlich genau das tut Unitymedia und Co nicht. Warum? Weil sie in die hinterletzten Käffer eben keine Strippen gezogen haben. Moment, stimmt ja gar nicht! Weil diese Buden damals bei der Monopolzerschlagung keine Strippen in hinterletzte Käffer haben mitkaufen dürfen! Wer hat sich denn in Deutschland um Infrastruktur gekümmert? Mir geht hier echt noch der Hut hoch, wenn ich dieses Gejammer höre, diejenigen Firmen, die keine eingenen Kabel haben, seinen benachteiligt. Wie bitte?! Was ist denn das wieder für eine haarsträubende Öko-Mentalität, sind wir im Kommunismus? „Deine Kuh gibt mehr Milch als meine, also musst Du mit mir Deinen Mehrertrag teilen und Strafe zahlen, weil Du einen Vorteill vor mir hast!“ Kompletter End-Wahnsinn, solche Forderungen. Wer Eisenbahn spielen will, soll sich halt Schienen legen oder aber ansonsten still sein und die Netznutzungsgebühr zahlen! Kann doch echt nicht wahr sein, dass Firmen ausgebuht werden, weil sie unter komplett anderen Eigentumsverhältnissen und unter einer diametral anderen Gesetzeslage etwas grundlegendes geschaffen haben ohne das Wettbewerb und das technologische Level heute überhaupt nicht möglich wären. Würde die Menschheit in ihrer frühen Entwicklungsgeschichte so argumentiert haben, hätten wir heute kein Feuer und kein Rad.

    3. Obwohl ich den Kommentar mit den Kommas gut finde: „[…] DAS Kommas Leben retten können […]“ macht ihn nur peinlich. Fail!

      Zum eigentlichen Thema: Dein Glauben an den Markt krankt daran, dass erstens die Verbraucher nicht aufgeklärt sind und sich gerne Scheinargumenten beugen, solange die Industrie sich dieser Argumente geschlossen und kartell-artig bedient. Wer blickt schon hinter die Kalkulationen der Telekommunikationsunternehmen und weiß, was ein GB Datentraffic wirklich an Kosten verursacht, wenn nicht die Regulierungsbehörde? (Meine wilde Vermutung: 75 GB kosten die Telekom wahrscheinlich inklusive Infrastruktur und Durchleitungsgebühren keine 15 Euro).

      Zweitens, und das ist viel wichtiger: Wird die Telekom dann billigere Anschlüsse für Wenigsurfer wie Deine Eltern anbieten? Das möchte ich noch zu meinen Lebzeiten erleben! Warum macht sie das denn nicht schon jetzt, wo immer noch die meisten Surfer unterhalb der 75 GB sind? Angenommen, 30,- Euro für einen DSL-Anschluss decken die Kosten für 75 GB ab. Davon sind 15,- Fixkosten, und 15,- Transferkosten (0,20 Euro pro GB). Deine Eltern brauchen maximal 5 GB. Sag Bescheid, wenn Deine Eltern das 16-Euro-Angebot von der Telekom bekommen haben 😉

      1. Ja, Monster-Fail, gebe ich gerne zu. Ich schenke dieser Runde hiermit ein ‚S‘. Ich hab noch nach dem Editieren-Button gesucht. Dass mein ’s‘ ab und an tatsächlich klemmt, nimmt mir jetzt eh keiner mehr ab… 😉

  2. @Martin: grundsätzlich stimmt es wohl, dass der Markt vieles regelt. Aber der Markt regelt nichts, wenn jemand mit einer so mächtigen Position wie die der Telekom den Markt beherrscht. Klar, es gibt auch o2/Alice, 1und1 und andere Anbieter. Aber die Telekom selbst hat nach wie vor eine Monopolstellung; in vielen Regionen zahlen die Nutzer bei Nicht-Telekom-Anbietern sogar einen Telekom-Aufschlag (5 EUR). Die Telekom ist groß genug, um eine Veränderung wie oben beschrieben problemlos durchzuführen – und alle anderen müssten es schlucken. Von daher würde ich sehr aufpassen, wem wir hier zustimmen. Sonst bekommen wir bald weniger Leistung für höhere Preise, jährliche Preiserhöhungen und teureren Support (wie z.B. bei der Deutschen Bahn).

  3. Leider kann ich meinem Vorposter nicht zustimmen. Wie der Mobilfunkmarkt gezeigt hat, regelt sich in D nichts selbst. Ohne Volumentarif ist es heute für mich billiger in Spanien eine SMS zu versenden als in Deutschland selbst (7ct vs. 9ct). So ein Blödsinn kommt heraus wenn man dem Markt die Preisbildung selbst überlässt. Was aber auch kein Wunder ist, schließlich ist ein Markt mit ein paar Teilnehmern kein richtiger Wettbewerbsmarkt sondern eher ein Oligopol.
    Aber eine Frage hätte ich noch. Mir fehlt das technische Verständnis für die Quersubventionierung von Vielnutzern durch Wenignutzern. Wie viel weniger kostenintensive Technik muss die Telkom den vorhalten wenn jemand statt 50 nur 5 GB im Monat Volumen verbraucht?

  4. Es geht um Abzocke von Vielnutzern, wieviel die auch immer an Daten verbraten… DENN wer nachrechnet, wird herausfinden, daß gut 70 Prozent der Internetnutzer wesentlich weniger als die angebotenen 75 GB im Monat verbrauchen… was passiert mit den ungenutzen Datenvolumen? *grins* DIE werden denen, die zwei drei Filme mehr ansehen oder halt wirklich intensiv im Netz unterwegs sind, doppelt und dreifach NOCHMAL abgerechnet. Pfui, Telekom, wir riechen den Braten schon seit Jahren. Wer hat den Hals da noch immer nicht voll? Den gutgläubigen Nutzern kann man ja jedes Märchen verkaufen, gell?

  5. Ich denke die meisten hier richten ihr Augenmerk nur auf das „Problem“ dass man anschließend keine echte Flatrate mehr hat und auf seinen Traffic achten muss. Besonders diejenigen, welche nur wenig Traffic haben glauben vermutlich, sie wären von dieser Änderung gar nicht betroffen, doch dies ist ein fataler Irrtum! Was bedeutet es, wenn die Netzneutralität wegfällt? Die Datenpakete des Internets müssen dann von den Providern analysiert werden um zum Beispiel zahlende Anbieter nicht dem Volumen des Anschlussinhabers zuzurechnen. Das bedeutet vor allem eines: Der Provider kuckt was ihr im Internet macht! Bei jedem, ob sogenannter „Poweruser“ oder nicht. Und wenn es weiter geht und Daten priorisiert werden (Firma X zahlt damit ihre Daten schneller durchs Netz kommen) glaubt ihr die Telekom steckt dann noch Geld in den Netzausbau damit wieder alle Daten schneller laufen? Damit würden sie sich dann dieses neue Geschäftsmodell wieder selbst abgraben! In dem Moment in dem die Netzneutralität fällt, wird es lukrativ das Netz schlecht zu halten und das wird sich dann nicht nur auf die Telekomkunden auswirken, sondern auch auf alle Reseller wie 1&1 u.ä.

  6. Ein Rechenzentrumsbetreiber stellt seinen Kunden für ihre Server 1000GB Traffic ca. 50€ in Rechnung. Logischerweise zahlt er selber weniger. Man darf also annehmen, dass es der Telekom nicht um die Bandbreite an sich geht, sondern nur um die Bandbreite in nicht Telekomnetze. Für Daten die in ein Netz eines anderen Netzbetreiber gehen werden Gebühren fällig. Nutzt man Streamingdienste, Netzfestplatten etc. der Telekom, so fallen dafür keine Zusatzgebühren an, und man kann die Dienste dem Kunden in Rechnung stellen. Es geht also eigentlich darum die Kunden von fremden Diensten auf die Eigenen umzulenken.

  7. Um es noch einmal klar zu sagen (auch für die GooglePlusser im Thread):
    Es ist nichts dagegen zu sagen, dass ein Provider einen günstigeren Vertrag mit einer Volumengrenze anbieten, neben anderen, demgegenüber teureren Angeboten ohne Drossel. Siehe ein positives Beispiel auf http://dsl.1und1.de . Der Kunde kann sich hier frei entscheiden.

    Zu verurteilen ist am Telekomvorgehen:

    a) die DTAG ist Provider und Contentanbieter (Entertain, Videoload). So können eigene Angebote aus dem einen Unternehmensbereich aus dem anderen wettbewerbshindernd unterstützt werden. Nach meinem Verständnis müsste dies für das Kartellamt interessant sein.
    b) die DTAG Provider und Infrastrukturlieferant. Eine Vielzahl anderer Provider nutzt das Netz der Telekom, um darauf Anschlüssen zu vermarkten. Resale, BitstromAccess etc. Diese werden durch solch ein benachteiligendes Bundling benachteiligt. Hier muss die BNetzA ein Auge drauf haben.

    Wir haben hier also 2 benachteiligte Gruppen: Contentanbieter und Provider ohne eigenes Netz.

    Das Bundling mit Partnerverträgen im Sinne des Spotify Abkommen verschärfen diese Aspekte noch.

  8. Ich finde es Genial.
    Ich zahle am Monatsanfang für 75GB so 60€
    Am Monatsende stellt sich heraus ich habe nur 25GB verbraucht.
    Sodann möchte ich natürlich auch 40€ von der Telekom wieder haben 🙂

    (Oder halt von demjeniger der meine 50GB verbraucht hat) ;P

  9. Also mal ganz ehrlich… ich könnte echt wieder an die Decke springen wenn ich lese das der Markt es selbst regelt! PAH! Das ich nicht lache! Solange wir in deutschland immer noch eine breite Masse von Ignoranten rumlaufen lassen die zu allem ja und Amen sagen tanzen uns die Wirtschaftsbosse auf der Nase rum. Nich nur das die Deutsche Telekom ein Saftladen ist, nein, jetzt versucht Sie ihre Unfähigkeit sich ordentlich zu verkaufen, und zwar auf ne transparente Art, durch Mauschelverträge bei Kunden sich zu sanieren während die Bosse sich schön die nächste Gehaltserhöhung in die eigene Tasche wirtschaftet. Mal ganz ehrlich, wer HEUTE noch zu Telekom als Kunde geht ist ausgesprochen naiv, ja wenn nicht sogar dumm. Außerdem wer sagt das illegal die 75GB Traffic nutzt???
    Allein der Kluge weiß, daß das heutige Wirtschaftsvolumen teils übers Netz geht. Da werden Filme, sei es in HD oder Blue-Ray (alleine hier bei Blue-Ray können schon mal gute 12GB pro film anfallen), Musik, Software, etc alles angeboten. wenn ich also zukünftig, so wie viele es heute schon tun, legal Daten egal in welcher Form kaufe und downloade, ist ein 75GB Traffic Packet absolut lächerlich!
    Alles andere was man hier liest von wegen illegal und so einen Mist sollte man schön sein lassen. Ist nämlich ein böswillige Unterstellung die keiner hier Beweisen kann.
    Da bleiben wir doch lieber bei den Fakten:
    1. Was die Telekom hier versucht ist nichts anderes als ein marodes Produkt an die gutgläubigen Kunden zu verkaufen. Also nichts anderes als die Katze im Sack.
    2. Wer rechneen kann ist klar im Vorteil: Alleine die Kabel BW/Kabel Deutschland bietet 50er leitung für den selben Preis die die Telekom für ne 16er Leitung abverlangt.
    3.Der Markt regelt es nicht von alleine!!! Nur wenn der Kunde, also WIR!!!!, sich auf die Hinterbeine stellt und sagt „Bis hierhin und nicht weiter“, erst dann tut sich was.
    4. Da leider wir in einem Land leben in dem in vielen Teilen Deutsschlands die Ignoranz oder einfach nur die scheiß egal – Haltung einzug genommen hat. Also eher ne Volkslethargie
    5. Telekom links liegen lassen und bei anderen Anbeitern die in Ihrem Leistungsangebot bedeutend besser sind und die FLATRATE auch ne FLATRATE bleibt.

    So, und wer sich hier wieder über ne klare Meinung groß Wind mach sag ich nur:
    hinsetzen, fresse halten und mal die reden lassen die davon ne Ahnung haben.
    In diesem Sinne, danke für den Infovermerk an den Verfasser dieses Blogs. Schön das ich hier in Deutschland nicht der einzige bin dem nicht alles egal ist

    1. Das Problem ist, dass dieses Modell auch bei anderen Anbietern Schule machen kann. So ziemliche alle großen Anbieter haben ihre eigenen Triple-Play Angebote, und wenn sie sehen, dass das bei der Telekom klappt werden die Kunden das Nachsehen haben.

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