Ich bin ein Gänseblümchen!

Nein, jetzt wirklich. Wenn ich diesen Song jetzt nicht im Kopf hätte…

Ich bin gerade an meiner Masterarbeitsstelle eingetroffen und darf die Arbeit einer professionellen IT Unternehmung sehen. Zum Kotzen! Und das ist noch nett ausgedrückt. Schon die Planung war unter aller Sau. Der Raum wurde von denen nicht richtig vermessen. Die Kabelführung nicht geplant und wo genau man Netz herbekommt wusste man in der Woche des Aufbaus auch noch nicht. Helden, einfach nur Helden.
Nun komme ich das erste Mal seit diesem Aufbau wieder ins Büro und siehe da. Auf dem Arbeitsplatz, den ich mal mein Eigen nennen konnte, liegt ein Server. Ja, ihr lest richtig: AUF dem Schreibtisch. So ein Ding, was man in einen ‚trommelwirbel‘ Serverschrank einschieben kann. Nicht so schön flach wie ein Bladeserver, aber mindestens 3 mal so laut. Klingt ein wenig wie ein Eurofighter im Leerlauf.
Die Lautstärke des Servers und vorallem der Lüfter ist dem Standort geschuldet, denn der ist in einem Eckraum an der Südseite des Gebäudes, und deshalb laufen die Lüfter dauerhaft mit voller Leistung. Wenn man es genau nimmt, dann liegt der Raum sogar in Süd-Südwest. In diesem Raum saß bisher nur niemand, weil es immer zu warm war, vor allem im Sommer. Deshalb habe auch nur ich da einen Arbeitsplatz ergattert. Ihr merkt was, ja?
Auf der Tastatur liegt ein Zettel mit IP Adressdaten, einer Handynummer und dem Passwort. Ja, DEM Passwort und sagen wir mal so: Es ist nicht sicher! Es fällt in die Kategorie Accountname: Admin, Password: Admin. Natürlich war das nur ein Beispiel, denn ich würde das richtige Passwort sicher nicht verraten.
Nun ja, laut Planung sollte der kleine Eurofighter im Lernraum mit den Clients stehen. Bei dem Gedanken muss ich unweigerlich lachen. Helden! Ich sags ja.
Ich habe mir jetzt am Schreibtisch daneben einen Arbeitsplatz freigeräumt. Stellt sich die Frage, ob ich die Masterarbeit überhaupt noch hier schreiben kann und möchte. Denn wieder einmal wird mir klar, dass das Thema IT-Sicherheit einfach nur Augenwischerei ist. Man kann Wochen, Tage, Monate versuchen IT-Systeme zu verbessern und sicherer zu machen. Das größte Sicherheitsproblem von allen ist und bleibt der Depp vorm Monitor. Was mich noch stört ist die Tatsache, dass es niemand für nötig hielt mich von diesem Mist in Kenntnis zu setzen. Mein neuer Arbeitsplatz ist mit dem Rücken zum Fenster, ihr erinnert euch Süd-Südwest.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.