Der Journalismus und das Internet

Ich habe gestern eine sehr gute Doku mit kleineren Diskussionsabschnitten auf phoenix gesehen.

Darin ging es darum, wie das Internet und die heutige Zeit den Journalismus beeinflussen. Thematisiert wurden unter anderem Blogs, Google, Zeitungssterben, die Zukunft der Journalisten… Chance und Risiken.

Mit im Studio war zum einen Frederik Pleitgen, Sohn des ehemaligen WDR Intendanten Fritz Pleitgen und Journalist bei CNN, und Lukas Heinser von bildblog.de, einem Blog, der immer wieder die anfangs Bild-Zeitung und -Homepage anhand der aktuellen Artikel kritisierte und nun auf die gesamte Boulevardpresse einschlägt.

Was ich aus der Sendung mitgenommen habe:

Journalisten haben es in der heutigen Zeit nicht leicht. Es gibt unzählige Blogs, unzählige Twittereinträge und andere Social Media Inhalte, die für den einzelnen Journalisten nur schwer zu überblicken sind. Man muss mehr denn je den Terminen hinterhet rennen oder sich auf dubiöse Quellen verlassen.
Nehmen wir beispielsweise Google und die Wikipedia. Beide verfügen über eine kaum zu begreifende Fülle an Informationen. Aber diese Informationen sind nicht zwingend korrekt, auch wenn diese den Eindruck erwecken.
Es ist einfach nicht mehr damit getan eine oder zwei Quellen zu befragen, sondern es ist notwendig wesentlich mehr Zeit in die Recherche zu stecken. Weniger Suchen, dafür mehr lesen. Statistiken beweisen, dass die meisten Journalisten bei einer Recherche maximal die ersten 10 Suchergebnisse von Google durchsuchen und daraus ihre Artikel schreiben. Das da nicht alle Informationen korrekt sind, kann schonmal vorkommen. Ist aber für einen Journalisten nicht tragbar.
Hinzukommt, wie Herr Pleitgen sagt, dass die Journalisten von heute einfach faul geworden sind. Der Journalist von früher war nur unterwegs. Heute geht er nur noch selten vor die Tür. Oftmals werden Artikel im Akkord geschrieben und veröffentlicht. Qunatität statt Qualität.
Das ist auch das, was ich öfters bei den Onlineausgaben von Tagesschau und DerWesten bemängel. Ich schreibe einen Blog und mache mir trotzdem die Mühe mal eben eine Rechtsschreibprüfung drüberlaufen zu lassen. Damit bekommt man sehr viele Fehler schon raus. Inhaltliche Fehler fallen mir auch immer wieder auf. Heute beispielsweise steht auf DerWesten ein Artikel, dass in der Straße „In der Schuttbeck“ drei Autos gebrannt haben. In Bochum gibt es aber keine Straße mit diesem Namen. Das kann man leicht bei Google recherchieren oder einfach wissen, weil man sich in Bochum, vorallem Langendreer, etwas auskennt. Gut, diese Information steht schon falsch im Presseportal der Polizei, aber es wäre nunmal schön, wenn sich jemand 2 Minuten Zeit nehmen würde.

Ein anderes Thema war das Zeitungssterben, das nun wohl auch in Deutschland eingesetzt hat. Hier wurde kritisiert, dass die Zeitungen / Redaktionen die Chancen einer neuen Berichterstattung nicht nutzen, sondern eigentlich nur das gleiche Programm mit weniger Geld abspielen, was sie auch schon in der Printausgabe fahren. Da kann es auch mal vorkommen, dass ein Thema nicht aktuell online publiziert wird, sondern erst Tage später in der Printausgabe. „Online bringt nichts ein.“ ist hier die Ausrede, die aber auch nur zeigt, dass die Redaktionen es nicht verstanden haben.
In den USA hat dieses Zeitungssterben schon wesentlich eher eingesetzt und viele kleinere Zeitungen mussten schließen. Auch die Großen hatten zu kämpfen. Aus der Not entstanden neue Konzepte, so dass die Zeitungen auch online Kunden binden konnten. Mehr User heißt im Internet auch immer mehr Werbeeinnahmen und darin liegt der Schlüssel, darin und in den sogenannten Paywalls, die ein Lesen der Artikel erst durch Bezahlung ermöglichen.
So gibt es mittlerweile Online die Möglichkeit Informationen aus der direkten NAchbarschaft zu beziehen. Ähnlich wie die brennenden Autos bei DerWesten.de werden in den USA mittlerweile Datenbanken mit Informationen abgefragt und automatisierte Artikel erstellt. Vielleicht ist das ja auch der Grund für den Fehler bei DerWesten. Der falsche Straßenname ist auch schon im Polizeibericht genannt worden. Dies kann man ebenfalls googlen. Problem an dieser Stelle wird sein, dass man für diese Automatisierung bestenfalls Informatiker braucht, aber keineswegs Journalisten. Das macht den Konkurrenzkampf in dieser Branche noch härter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.