Was man nicht hören möchte…

Ich hatte neulich eine Begegnung mit einem Bekannten meiner Eltern. Sie hatten nach einem Vorfall seit Jahren keinen Kontakt mehr. Neulich sah ich ihn dann auf seiner neuen Arbeitsstelle, und da ich mit dem Vorfall nichts zu tun hatte, habe ich selbstverständlich gegrüßt. Er hat mich auch auf Anhieb erkannt und nach etwas Smalltalk kam diese Frage, die man eigentlich nicht hören will, wenn solche Jahre hinter sich hat, wie ich.

„Und? Leben die Eltern noch?“ – Diese Frage. Ich weiß, dass sie scherzhaft gemeint sein sollte. Nur leider hat die Antwort keinen Witz. Keine Pointe. Sie ist traurig. Erschütternd.

Ich entschied mich für: „Mama ja. Papa leider nein.“

Sein Blick änderte sich, wie ich es erwartet hatte. Erst Erstaunen, dann Trauer. Ein leises „Scheisse“ entwich seinem Mund. Nach kurzer Zeit hatte er sich wieder etwas gefangen und fragte nach. Nach kurzer Zeit kam meine Mutter dazu und ich war von diesem Gespräch erlöst. Zum Schluss sagte er noch: „Och Mann, das macht mich jetzt fertig. Das versaut mir den ganzen Tag.“ – Ja, sowas kann einem den Tag versauen. Oder Wochen. Oder Monate. Manchmal sogar Jahre.

Die beste Krankheit taugt nichts und Krebs ist ein Arschloch.

Manchmal muss es raus

So lautet der Untertitel dieses Blogs und manchmal merkt man erst zu spät, dass man sich an einem oder zwei, vielleicht sogar mehr Stellen falsch verhalten hat. Das kann viele Gründe haben. Manchmal ist es die Zeit, die die Erkenntnis bringt, manchmal sind es Ereignisse. Manchmal beides zusammen.

In den letzten Tagen und Wochen bin ich sehr nachdenklich geworden. Ich habe Vorkommnisse in der nahen Vergangenheit immer wieder und wieder durchdacht und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass ich mich eben manchmal falsch verhalten habe. Statt laut zu werden, habe ich Dinge versucht im Hintergrund zu klären. Auf andere in Ruhe einzuwirken und dort zum Umdenken anzuregen. Leider ohne Erfolg. Ich habe andere damals nicht in Schutz genommen, wo ich es hätte tun sollen. Der Grat zwischen Kritik und Mobbing ist schmal, aber es ist nie richtig den Mund zu halten, wenn das eine in das andere übergeht.