Der kleine Mann und der Moloch

Ich möchte euch eine kleine Geschichte erzählen, die sich vielleicht tatsächlich zugetragen hat.

Es war einmal ein kleiner Mann, der arbeitete Tag ein, Tag aus, für sein Unternehmen. Nein, nicht sein Unternehmen, sondern für ein großes, daxdotiertes Unternehmen. Aber wenn er so seine Arbeit machte, dann hätte man meinen können, dass ihm wirklich etwas an diesem Unternehmen liegt. Morgens erschien es pünktlich, setzte sich an seinen Schreibtisch und begann mit seinem Tagwerk. Seine Pause verbrachte er mit seinen Kolleginnen und Kollegen in der Kantine. Manchmal gab es Probleme in der Firma. Probleme und Aufgaben, die nicht in der normalen Arbeitszeit zu erledigen waren. Bei solchen Problemen, ja da war er sogar am Wochenende oder in der Urlaubszeit im Büro. Alles damit der Unternehmung kein Schaden entsteht. Zusätzliche Leistungen gab es dafür nicht, aber das machte ihm auch nicht so viel aus.

Dann kam der Tag. Nach 25 Jahren in der Firma zog er seinen Hut. Er hatte das Rentenalter erreicht. Kein Vorstand kam und verabschiedete sich von ihm, wie es andersrum Brauch war. Er ging also seinen letzten Gang zur Stechuhr. Danach ging er zur Teamleiterin, um ihr die Mitarbeiterkarte zu geben und sich somit ein letztes Mal zu verabschieden. Beim Verlassen des Firmengeländes vielleicht noch ein Seufzen, wie wir es wohl alle tun würden. Ein weiteres Kapitel im Leben eines Menschens ist abgeschlossen. Aber NEIN! Weit gefehlt. Das sollte noch nicht alles sein. Die Firma meldete sich ein weiteres Mal bei ihm. Nein, nicht mit einem Blumenstrauß. Auch nicht mit einem Händedruck. Mit einer Mahnung. Er hatte seine Monatsarbeitszeit nicht vollständig geleistet und sollte zeitnah ca. 2,50€ an die Firma überweisen.

In diesem Moment wurde ihm ganz klar: Drecksladen!