Unfassbar wie langsam die Presse ist!

In den letzten Tagen beobachte ich, wie vermehrt die Presse Artikel zum Thema Überwachung bringen. Das liegt nicht nur am Snowdeninterview, denn auch das ist Teil der Journalismusmaschine. Und so erfahren die Bürger erst jetzt in einem größeren Happen, was wirklich los ist. Nachdem sie vom Thema allein schon gelangweilt sind. Aber hey, vorher konnte man das doch nicht ahnen! Journalisten schreiben ja nicht einfach irgendeinen Scheiss, der nicht der Wahrheit entspricht!!11!1 Und auch jetzt sind die Journalisten sehr vorsichtig, was sie von sich geben. Mal hier ein Beispiel anhand eines Artikel auf derWesten.

Bei ihrer massenhaften Datensammlung nehmen der US-Geheimdienst NSA und sein britischer Partnerdienst GCHQ nach Medien-Informationen auch Smartphone-Apps ins Visier. Die Bandbreite der betroffenen Programme reiche von „Angry Birds“ über die mobile Anwendung von Facebook bis zu Google Maps.

Ja, die USA können jeder Unternehmung in den USA zur Mithilfe und somit zur Datenherausgabe zwingen. Das ist unter einem der Freedomacts gesetzlich so geregelt. Vor einigen Monaten, als herauskam, dass Emailanbieter den Geheimdiensten Zugriff eingeräumt hatten, hatte Yahoo sich schon gemeldet und mitgeteilt, dass sie das machen müssten. Sie hätten versucht da herauszukommen, aber waren dann doch vor dem amerikansichen Geheimgericht für den FISA unterlegen. Geheimgericht? Ja, genau. Ein Geheimgericht, dessen Verfahren nicht an die Öffentlichkeit kommen. Die anderes laufen und andere Gesetze zugrundeliegen haben. Wie schon gesagt, alles seit Monaten bekannt.

Der US-Geheimdienst NSA will einem US-Medienbericht zufolge einen Supercomputer entwickeln, der in der Lage sein soll, fast alle Verschlüsselungen weltweit zu knacken

Jop, wollen sie und das schon ziemlich lange. Es gibt immer wieder Ausschreibungen in die Richtung. Man muss sich nur für das Theme interessieren, dann bekommt man sowas mit. Aber man muss sich halt interessieren.

Es gibt Döner, Baby!

Also nicht hier bei mir, sondern in der Mensa der Ruhruniversität. Den Döner gibt es auch schon länger. Wobei, Döner? Der Erfinder würde sich im Grabe umdrehen. Eher eine Art Pfannenfleisch Suppe, die zwar nicht trocken, aber dafür gelegentlich knorpelig war. Aber nun gibt es einen Lichtstreif am Horizont:

RUB Mensa – Hähnchendöner von EU-zertifiziertem Anbieter

Ich bin gespannt. Der Artikel wirft jetzt schon Fragen auf und ich weiß nicht, ob ich die Antworten hören mag.

in Kebab-Qualität

Wenn der jetzt Kebab-Qualität hat, was hatte der davor denn? Ich meine, ich weiß ja, dass das kein kulinarischer Hochgenuß war, aber welche Qualität hatte das Zeug?

rund 700 Mal täglich nachgefragt

700 Mal am Tag… von ca. 5000 Essen. Das ist ein ziemlich hoher Prozentsatz. Das ist aber nicht so, weil die Kunden so unfassbar gerne Döner essen wollen, sondern leider eher, weil die Standardgerichte auf Dauer und auch sonst wenig genießbar sind.

Das Thema Snowden tritt wieder in den Vordergrund

… und das ist auch gut so, denn in wenigen Monaten läuft sein Asyl in Russland aus. Er muss nun etwas tun. Wenn es nach mir ginge, dann würde unsere große Nation die Größe zeigen und ihn sicher aufnehmen. Geldgeber, damit er hier ein gutes Leben führen könnte, gäbe es wohl genug.

Stattdessen schauen wir und ein Trauerspiel nach dem anderen an. Heute Jauch auf ARD in einer Diskussionsrunde mit Ströbele (Grüne), Reichelt (BILD), Seipel (NRD) und Marina Weisband (Piraten). Die anderen kenne ich nicht. Ist aber auch egal. Es reicht nur ein Beispiel anzuführen, um zu verstehen, warum ich mir so eine Sendung nicht sonderlich lange anschauen kann:

Ströbele: „Herr Snowden hat mir gesagt, dass er am liebsten in einem demokratischen Land leben wolle“
Ein anderer in der Runde: „Dann ist er jetzt aber falsch.“

Stimmt. Aber wann merken wir, dass das so falsch ist? Wieso hat er hier kein Asyl bekommen? Warum würde darüber noch immer diskutiert? Weil er Gesetze in seinem Heimatland gebrochen hat? Das haben auch viele andere Asylsuchende getan, denn seien wir mal ehrlich: In manchem Land ist es strafbar, einfach man selbst zu sein. Offene Äußerungen über das Regime können einen das Leben kosten. Sicherlich ist das von Snowden etwas anderes, aber im Gegensatz zu den Behauptungen hat er sich die Daten ja nicht erhackt. Er hatte Zugang dazu. Eigentlich hat er ’nichts weiter‘ getan als Unternehmensgeheimnisse zu verraten. Nur war das Unternehmen der Staat. Ein Staat, der die gesamte Welt ausspioniert. Alles… Regierungen, Unternehmen und auch der ganz kleine Arsch an der Schüppe. Alle.

Die Welt müsste ihm die Füße küssen. Aber viele wenden sich ab. Aus Angst vor den USA. Zivilcourage. Staatscourage.

Manchmal muss man sich zum Deppen machen

… damit einem überhaupt jemand zuhört.

So ist das auch in der NRW Piratenfraktion. Belächelt und teilweise über den Tisch gezogen. Anders kann man das leider nicht mehr erklären. Was Daniel Düngel schrieb habe ich ja schon verlinkt. Nun die aktuelle Aktion der NRW Fraktion: Das Zombiebügeleisen aus der Hölle.

Klingt bekloppt, aber genau so will man uns haben. Als Pöbel (Daniels krankes System) und als Spinner (Bügeleisen) sollen wir gesehen werden. Dann kommen auch die Medienvertreter und berichten nur zu gern. So auch dieses Mal. Dumm nur, dass unsere Leute dieses Mal darauf vorbereitet waren.

TAZ – Zombies unter uns

In diesem Artikel wird wunderbar beschrieben, was man sonst von unserer Fraktion denkt:

In den Redaktionen sehen deshalb viele die Piraten vorm Absturz in den „endgültigen Schwachsinn“.

Und genau deshalb war die Presse auch vor Ort. Sie wollten Schwachsinn erleben und darüber schreiben. Das ist natürlich ihr gutes Recht, keine Frage. Und ja ich haue hier gerade etwas auf der Presse herum, aber warum sollte ich das auch lassen? Während des Bundestagswahlkampf, mitten in der Snowden-Affäre waren die Pressekonferenzen verwaist. Und nun? Nun, wo man die Piraten liebend gern tot schreibt, da kommen die auch noch mit so einer blöden Überschrift. Da will halt jeder der Erste beim zutreten sein.

Tja, Pech, es gab nichts zum reintreten. Aber das macht ja nichts. Dieses Mal lässt man den Skandal, dann wieder Skandälchen sein und geht zum Tagesgeschäft über, oder habt ihr was darüber gelesen?

Das habt ihr nun davon!

„Wenn ihr die tolle De-Mail nicht nutzen wollt, dann versuchen wir halt auf andere Weise an eure Daten zu kommen!“ – Natürlich ist das nur eine Vermutung, aber die Meldung des gestrigen Tages über gehackte Emailadressen und ganze Computersysteme regt zum Nachdenken an.
16 Mio. Emailadressen seien gehackt, von verschiedenen Anbietern. Statt nun aber auf diese Emailadressen eine Warnmail zu schicken und diese per Presse zu validieren macht das BSI es umgekehrt und fordert die Bürger auf die eigenen Adresse auf dem Server des BSIs zu validieren. Am besten gleich alle Adressen, damit die dem BSI auch endlich mal bekannt sind!
Die Nichterreichbarkeit der Homepage lässt vermuten, dass viele Schafe dies auch getan haben. Auf der NRW Mailingliste der Piraten sah die Diskussion dazu so aus:

User 1 schrieb:
Bei meiner Unmenge an E-Mail-Adressen bei diversen Anbietern weltweit würde ich mir da einen Wolf tippen ^^;;

User 2 schrieb:
Und die müssten sich für all diese Verknüpfungen zu einer einzelnen Person beim BSI ’nen Wolf abspeichern. Erspar das denen lieber,
denn der Raspberry-Webserver dort ist heute schonmal abgeschmiert.

Dumm das, dabei brauchen die dringend validierte Adressdatenbanken.

Und damit ihr auch alle brav richtig validiert müsst ihr das hier vorher bestätigen:

Ich bin damit einverstanden, dass meine personenbezogenen Daten, die bei der Nutzung des auf dieser Webseite angebotenen Sicherheitstests anfallen, zur Durchführung des Tests und zur Mißbrauchserkennung erhoben, verarbeitet und genutzt werden dürfen. Ich bestätige, dass ich das Angebot auf dieser Webseite ausschließlich unter Angabe meiner eigenen E-Mail-Adresse(n) nutze.

Spiegel Online – Warnung des BSI

Ganz großes Kino im Theater

In der letzten Woche wurde an der Ruhruni nicht nur das Studierendenparlament neu gewählt, sondern auch gleich 2 Urabstimmungen durchgezogen.

Über das Ergebnis einer dieser Urabstimmungen hat DerWesten nun einen Artikel verfasst, der meine Befürchtungen bestätigt.

In diesem Artikel kommen mal ein paar Zahlen auf den reich gedeckten Tisch: Ca. 42000 Studis zahlen pro Semester nur einen Euro für eine sogenannte Theaterflatrate. Erfahrene Flatratenutzer wissen, dass jede Flatrate mit Bedingungen daher kommt. Beim Chinesen sind es die Bauschmerzen, weil man sich überfressen hat. Beim Telefonanbieter ist es die Drosselung, und auch beim Schauspielhaus gibt es ein großer ABER.

Das vertraglich zugesicherte Kontingent umfasst 40 Karten für das Schauspielhaus, 12 für die Kammerspiele und 4 Karten für das Theater Unten. Simon Gutleben, der Finanzer des AStAs sagt, dass „der Großteil der Studierenden die zusätzlichen Tickets nutzt, die an der Abendkasse bereitliegen“. Soso, der Großteil…. 42000 Studis…. der Großteil? Dazu gibt der Artikel dann auch etwas her: „…Theatersprecherin Christine Hoenmanns […] verweist auf die über 2000 Studenten, die die Vorstellungen seit Oktober 2013 unentgeltlich besucht haben.“

Über 2000 Studierende also… Ich gehe mal nicht davon aus, dass das Schauspielhaus die Studierenden namentlich vermerken, sondern dass mit der Aussage 2000 Karten gemeint sind, aber wenn nicht bitte ich um Mitteilung, denn dann würde ich da mal die Rubpiraten darauf ansetzen.

Der Januar ist fast vorbei. Das Projekt läuft nun also seit ca 4 Monaten. 2 weitere Monate kommen also noch. Ich gehe dann mal für das Wintersemester von einer Ticketzahl in Höhe von 3000 aus. 42000 durch 3000 sind 14. Also bekommt das Schauspielhaus rechnerisch pro Ticket 14 €. Nun vergleichen wir mal diesen Preis mit den normalen Kartenpreisen:

Schauspielhaus und Kammerspiele
Sonntagabend bis Donnerstagabend:
ermäßigt: 14,00 € / 11,00 € / 8,50 € / 7,00 €

Freitagabend bis Sonntagnachmittag:
ermäßigt: 15,00 € / 12,00 € / 10,00 € / 8,00 €

Das Theater Unten hat einen ermäßigten Standardpreis von 8€

Die gesamte Studierendenschaft zahlt also bei jeder Vorstellung mindestens 52 Karten der Kategorie 2, wenn nicht sogar 1, dafür das sich ein Grüppchen von weniger als 3000 Personen den Abend kulturell versüßen kann? Sehr schön. Freut mich. Ich finanziere euch gerne eure Abendunterhaltung mit.

Jetzt mal Spaß beiseite. Ich finanziere mit meinem Sozialbeitrag finanzschwachen Studis die Wohnung und das Mittagessen. Ich finanziere Studies, die außerhalb des VRRs leben die Anreise. Dies alles mit dem Argument: Solidarität. Das tue ich nicht allzu gerne, denn auch ich gehe für dieses Geld arbeiten und bekomme keine Zuschüsse vom Staat, aber ich tue es. Bei der Theaterflatrate handelt es sich zwar nur um einen Euro, aber den würde ich lieber dem nächsten Bodo-Verkäufer in die Hand drücken. Das würde für mich jedenfalls mehr Sinn machen als einem eh schon durch Steuergelder subventionierten Kulturbau entgeltlich eine bessere Auslastungsquote zu verschaffen.

Nachkriegsstadtplanung

Da scrolle ich gerade durch meine Facebook Timeline und finde in einer Gruppe diese Aussage

Stadtplanung Nachkriegszeit

Unweigerlich schnellt die Hand ins Gesicht. Da erklärt ein Typ, geboren vermutlich gegen Ende der Sechziger, dass man nach dem Krieg es ja nicht so dicke mit der Stadtplanung hatte und wild darauf losgebaut hat. Ach neee? Und wieso das, Captain Obvious? Weil die sich dachte: Ach scheiss auf Planen, das macht immer nur ärger? Nein, sondern weil es damals in dieser Stadt eine Wohnungsnot gab. Und nicht nur hier. Das ganze Ruhrgebiet lag in weiten Teilen in Schutt und Asche. Wessen Heim den Krieg halbwegs unbeschadet überstanden hatte, hatte schon bald Einquartierung. Und ich rede nicht davon, dass Freunde, die ihr Heim verloren bei einem einzogen, nein, da wurden einem wildfremde Menschen in die eigenen vier Wände gesetzt. Die hübschen Funktionsmöbelstücke, wie Schlafcouches und -sessel stammten aus dieser Zeit, weil man tagsüber leben musste und nachts einen Schlafplatz brauchte. Zu allem Überfluss kamen in die eigentlich eh schon vollen und zerstörten Städte auch noch Flüchtlinge aus dem Osten, die händeringend versuchten sich eine neue Heimat zu suchen. Es scheint so unwirklich, aber es ist keine 70 Jahre her, als das hier genau so ablief.

Wenn man einfach nur die Fresse aufmachen will, dann sollte man vorher in so einem Fall mal Omma fragen. Oder Oppa. Beide sollten ausreichend auf der Zeit erzählen können.

Das Ende einer Amtszeit naht II

Ihr vermutet es vielleicht schon. Es ist eine Fortsetzung, und seien wir mal ehrlich. Die meisten Fortsetzungen sind schlecht. Ich will wirklich hoffen, dass es hier nicht so wird. Aber bei all meinem Idealismus habe selbst ich Zweifel.

Ich habe mich am Samstag für die Reserveliste, also die Liste für den Bochumer Stadtrat beworben. Warum? Weil sich insgesamt nur ca. 10 Personen beworben haben. Zuvor hatte ich mich auf der Mailingliste der Piraten Bochum schon dazu geäußert. Was soll ich sagen? Ich wurde trotzdem gewählt.

Aus mir unerfindlichen Gründen haben es die Bochumer Piraten geschafft mich auf Platz 7 dieser Liste zu wählen. Warum? Ich habe thematisch rein gar nichts gemacht. Nichts. Ich war auf einem Tag der kommunalpolitischen Arbeit dabei, dessen Ergebnis ein großes schwarzes Loch war. Anwesend war ich nur, weil ich die Schlüsselgewalt über den Raum hatte. Ich habe zwar Papier mitgebracht und Themen aufgeschrieben, aber dieses Papier hängt ungenutzt herum. Ich habe mich sogar mit den Worten vorgestellt: Ich melde mich nur für die Liste, weil 6 Jahre eine verdammt lange Zeit sind und wir alle im Vergleich junge Menschen sind, deren Leben sich schnell mal ändern kann. Da sind 10 Leute in 6 Jahren eher nicht so ein dickes Ruhekissen, aber naja, ich stehe da nun drauf. Dort und auf der Liste für die Bezirksvertretung.

Es ist wie ein Reflex. Wenn ich Probleme erkenne, dann will ich diese Lösen. Und gerade im Bereich Politik habe ich das immer häufiger. Ich bin als Verwaltungspirat zurückgetreten, weil ich das Arbeitspensum, was ich mir mehr oder weniger selbst auferlegt hatte, nicht mehr weiter erledigen konnte. Eine Reduzierung des Pensums hätte nichts gebracht, denn es fehlte an den notwendigen Voraussetzungen und ich habe einfach festgestellt, dass solange ich erreichbar bin Menschen sich darauf verlassen, dass ich das schon machen werde. So ist es auch jetzt wieder gelaufen. Ich bin zurückgetreten und statt einen Ersatz zu wählen entschloss sich die KMV lieber… (mir fällt kein Ausdruck ein ohne zu fluchen). Die alten Vorstandsmitglieder müssten also meine Aufgaben übernehmen. Was sie so gut es eben geht machen. So gut es eben geht. 2 der Vorstandsmitglieder sind eigentlich mit ihren Jobs auf Kreis-, Landes- und Bundesebene aufgelastet. Ein Mitglied ist aus persönlichen Gründen nicht mehr allzu aktiv, was man, wenn man die Hintergründe kennt, nachvollziehen kann und das letzte Vorstandsmitglied ist voll und ganz mit Eigenwerbung beschäftigt. Wie eigentlich auch schon seit einiger Zeit. Pflicht? Pressemitteilungen werden schon seit einiger Zeit nicht mehr herausgegeben. Der Blog wird nicht gepflegt. Halt stopp. Damit meine inhaltlich. Technisch wird er weitergepflegt. Von mir. Ist ja auch auf meinem Server. Aber eben inhaltlich nicht.

Aber hey, wir sind ja keine Preisrichter. Die Kür macht halt was her und wen interessiert denn schon der Rest?

Und noch ein Grund mehr das Weite zu suchen. Denn mit der Kür kommt man durch. Mit Basis anpöbeln auch. Vielleicht sollte ich damit anfangen?