Rechtstaatlichkeit. Schon wieder.

Es ist wieder soweit… mein ‚Lieblingspirat‘ aus Berlin hat sich zu Wort gemeldet. Dieses Mal zur Liste der NRW Bundestagswahlkandidaten. Im Vorfeld haben diverse Berliner Piraten schon versucht die Wahl zu beeinflussen, in dem sie immer wieder auf die Unwählbarkeit eines bestimmten Medienanwalt hingewiesen haben. Auch auf der NRW Mailingliste war das sehr lange ein stark diskutiertes Thema. Alle Erklärungen dazu, warum Udo Vetter auch ‚Nazis‘ verteidigt, sind bei denen nicht durchgedrungen.
Auf der Aufstellungsversammlung am Wochenende nahm diese Diskussion in einer Frage einen traurigen Höhepunkt. Die Frage lautete, ob Udo Vetter auch einen Anders Breivik verteidigen würde. Herr Vetter antwortete wahrheitsgemäß mit Ja. Ein kurzes Raunen. Ich schrieb bereits darüber, aber die Gedanken ließen mich bisher nicht los. Zumal die gestrige Erinnerung durch einen Blogeintrag des @herrurbach wieder einiges aufgewühlt hat.

Ich finde es überheblich und grotesk, dass es offensichtlich eine ausreichende Anzahl an Ignoranten bei den Piraten gibt, die sich als die besseren Menschen fühlen. Die für Bürgerrechte eintreten, aber bitte nicht für Alle. ‚Nazis‘ haben gefälligst in Deutschland keine faire Verhandlung zu bekommen! Datenmanipulation, fehlerhafte Beweissicherung? Dagegen geht man auch mal auf die Straße, aber wenn das auf Rechte zutrifft, dann ist das alles egal.

Und die Frage nach Breivik? Ein ganzes Land hat es verstanden. Eltern, die bei dem Attentat ihre Kinder verloren haben, haben es verstanden. Und sie haben es alles akzeptiert. Wie weit lässt man sich von seinen eigenen Werten abbringen? Was muss ein Mensch tun, damit die Werte einer ganzen Gesellschaft in die Tonne wandern? Die Norweger haben sich dazu entschlossen, dass 77 Menschenleben dafür nicht ausreichen und das ist gut so. Sonst wären wir schnell an dem Punkt angekommen, wo die USA seit dem 11. September 2001 schon sind. Menschen werden ohne Verhandlung mehr als ein Jahrzehnt festgehalten. Überall auf der Welt wird nach Verantwortlichen gesucht. Ganze Länder werden in den Krieg gestürzt. Der wohl Hauptverantwortliche wird in einem fremden Land in einer Nacht- und Nebelaktion ermordet und entsorgt. Das ohne die Verantwortlichen des Landes zu informieren. Ob er wirklich verantwortlich war, wird man nie erfahren.

Wenn das der Preis ist, dann werde ich ihn nicht bezahlen. Ich bin ehrlich gesagt froh, dass es Strafverteidiger gibt. Menschen, die damit klarkommen, wenn ein Mörder freikommt. Ich könnte das wohl nicht, aber es muss Menschen geben, die dafür eintreten.

Wie weit will Opel und GM noch gehen?

Gerade bekomme ich die Nachricht, dass Opel oder GM das Betriebsratsfest am 3. März 2013 abgesagt hat. Man bräuchte wohl Ruhe.

Da kommt mir das kalte Kotzen! Erst schaffen sie es mit Mühe und Not im Jubiläumsjahr ein Betriebsfest zu organisieren und hauen dann eine Schließungserklärung kurz vor diesem Fest raus und nun demontieren sie auch noch das von der Bochumer Belegschaft und dem Betriebsrat geplante Fest. Danke Opel, danke GM.

Ich liebe meinen Astra, aber nochmal werde ich wohl keinen Opel kaufen. Mission fast erfüllt.

DerWesten – Festankündigung

WDR – eins zu eins

Irgendwie anders

Gerade erfahre ich über eine Twittermeldung von @mmarsching, dass bei einer Piratenstunde im Landtag NRW dem Tod eines anderen Piraten gedacht wird. Frank Schultz, bei uns nur als @frapira bekannt, ist gegen 14 Uhr verstorben.

Das muss ich erstmal sacken lassen.

„Wie der ist tot? Das kann doch gar nicht sein!“ Erst dachte ich an einen Hoax. Einen richtige schlechten Hoax, aber das war kein schlechter Witz. Meine ersten Kontakte bestätigen die Nachricht. Ich kann es nicht begreifen. Am Samstag noch haben wir auf der AV Pampa ihn gegrüßt und uns bedankt, dass er zum einen gespendet, zum anderen aber auch sein Schicksal ein Stück mit uns geteilt hat. Viele hätten es ihm gerne ermöglicht mal einen Bundesparteitag zu besuchen, aber so etwas hätte Zeit gebraucht. Das ist nun nicht mehr drin.

Und dann stelle ich mir die Frage: Warum betrifft mich der Tod eines eigentlich Unbekannten aus Schwerin so stark? Ich habe ihn nie gesehen. Ich habe ihn nie gesprochen. Und trotzdem bin ich traurig. Irgendwie ist es anders. Er war Pirat und das scheint mehr als nur ein wenig zu verbinden.

frapira

Nach der MV ist vor der MV

Noch ca. 2 Tage dauert es noch bis zur nächsten Mitgliederversammung. Dieses Mal in Bochum und nur auf Kreisverbandsebene.
Nur Kreisverband? So einfach ist das nicht. Es gibt seit Monaten Streitereien. Satzungsgebashe, Satzungfetischmus, Satzungsfoo. Spaß macht es nur noch selten.

Und weil die Mitgliederversammlung so viel Zündstoff hat hier die wichtigesten Materialien:

Vorbereitungsmaterial KMV BO 2013-1

Chance verpasst und das ist gut so

Puh da hatten wir gerade auf der Aufstellungsversammlung der Piraten NRW für die Bundestagswahl wohl einen der weltweit bekanntesten aktiven Piraten auf der Buhne. Dirk Piper fing seine Vorstellung mit der Erwähnung seiner Haus Verbote auf Piratenveranstaltungen in seinem Kreisverband. Der Aufhebung bzw. Nichtausweitung verdanken wir dann wohl das 7 minütige Highlight des Tages.

Sein schönstes Erlebnis war die Teilnahme an der Autopsie von Michael Jackson. Seiner Meinung nach wird unser Land von zwei Frauen regiert. Zum einen Angelika Merkel und die andere sei diese Westerwelle. Zwischen fremd schämen und Belustigung, und mit dem Hang zum Weinkrampf… Aber die Gruppe wird es heilen, denn solche Deppen kommen zwar in die Auswahl, aber die kommen nicht über die erste Runde hinaus.

Leider hat genau diesen Deppen mal wieder der WDR aufgenommen und wir können uns jetzt schon auf was gefasst machen.

Die Demontage der Piraten geht weiter

Von allen Seiten hört man es: die Partei ist am Ende.

Und ständig denke ich mir: Nee, ist sie nicht. Aber je länger ihr die totsagt, desto mehr werden wir diese karrieregeilen Smocks los, die uns seit einigen Monaten so richtig auf den Keks gehen. Diese „eine Partei muss ein Vollprogramm haben“ – Lappen. Diese 1.0 Politiker. Die Vollhupen. Ja, ihr wisst, was für Leute ich meine.
Die, die das Wahlprogramm runterbeten können, aber nicht ein Wort davon verstanden haben und vor allem auch den Sinn dahinter zu verstehen. Die, die meckern, dass wir uns 30 Minuten Zeit nehmen, um über einen Zeitreiseantrag zu debattieren. Auch wenn danach alles viel leichter von der Hand geht. Die, die meinen, dass ein Piraten am besten auch noch auf der Arbeit alle ankommenden Emails sofort beantworten muss. Die, die Vernetzung nur für Wahlkampf nutzen, anstatt einfach mal zu bewundern, wie viele Menschen man kennt und mag und noch viel besser, die einen selbst kennen und mögen. Die, die meinen, dass Klarnamen Pflicht sein müssen, um Inhalte zu transportieren.

All die Deppen! Die sollen gehen. Wir sind die Spaßpartei! Wir sind die Menschen, die Spaß an politischer Arbeit haben. Der Rest soll verdammt nochmal verschwinden.

Neues vom AStA der Ruhruni

Heute war ich im FSVK Büro, um eine Bescheinigung abzuholen, und bei der Gelegenheit konnte ich die neuen Großraumboxen der FSVK bewundern. Das sind schon echte Brecher. Zur Großraumbeschallung… Großraumbeschallung? Wieso? Seit bestimmt mehr als einem Jahr dürfen gar keine großen Parties mehr von Fachschaften organisiert werden. Die Fachschaften werden alle fein auf das AZ verwiesen und da hat man afaik eine Anlage und wenn nicht, dann hätte die alte Anlage auch locker gereicht. Aber hey! Irgendwer wird die bestimmt mal ausleihen. m(

Thema im Integrationsausschuss des Landtags NRW

Heute wird im Integrationsausschuss des Landtags NRW über die Abschiebung von Herrn D. und seiner 6 jährigen Tochter in den Kosovo diskutiert.

Integration… Die meisten Balkanflüchtlinge, die ich in meinem Leben kennengelernt habe, sind alle samt sehr gut integriert. Schon in den Schulen bekommt man dies mit. In diversen Klassen spielten Ende der 90er Dramen ab, weil beliebte Schüler wieder in ihre Heimat zurückkehren mussten. Ich kenne da persönlich den Fall einer Mutter mit ihrer Tochter, die gegen ihren Willen abgeschoben wurden, obwohl ein Überleben im ehemaligen Heimatland nicht sicher war. Die Familie hatte alles verloren, unter anderem den Vater. Die Besitztümer waren zerstört und das Land mit Waffenresten übersäht.

Die Entscheidung Menschen abzuschieben wirkt im Zusammenhang mit dem Namen Integrationsausschuss wie eine Farce.

WTF! Lokaljournalismus am falschen Ende der Stadt

Ich frage mich manchmal wirklich, warum ich überhaupt noch auf der Seite von DerWesten nach Nachrichten schaue. Heute wieder einmal zum Schreien:

Der Bus hat eine Dieselspur quer durch ganz Bochum hingelegt – von der Straße am Heerbusch in Bochum-Werne (tief im Westen) bis zur Endstation (tief im Osten).

Um den Fehler zu finden muss man sich natürlich ein wenig in Bochum auskennen, oder auch einfach mal die eigene Zeitung lesen. Werne ist der Nachbarstadtteil von Langendreer. Alles was sich in diesen beiden Stadtteilen und ein paar weiteren abspielt wird selbst bei der WAZ oder DerWesten unter der Rubrik Bochum-Ost nachlesen kann. Es sollte dem ein oder anderen auch aufgefallen sein, dass die Stadt Essen im Westen von Bochum liegt. Da könnte man bemerken, dass man auf dem Weg von Bochum nach Essen an Wattenscheid vorbeikommt. Hinter der Autobahnausfahrt Wattenscheid kommt sogar noch Wattenscheid-West.

Ich weiss ja, dass Fehler geschehen, aber sowas ist ärgerlich.

EDIT: Es wurde nun verbessert.

Der Journalismus und das Internet

Ich habe gestern eine sehr gute Doku mit kleineren Diskussionsabschnitten auf phoenix gesehen.

Darin ging es darum, wie das Internet und die heutige Zeit den Journalismus beeinflussen. Thematisiert wurden unter anderem Blogs, Google, Zeitungssterben, die Zukunft der Journalisten… Chance und Risiken.

Mit im Studio war zum einen Frederik Pleitgen, Sohn des ehemaligen WDR Intendanten Fritz Pleitgen und Journalist bei CNN, und Lukas Heinser von bildblog.de, einem Blog, der immer wieder die anfangs Bild-Zeitung und -Homepage anhand der aktuellen Artikel kritisierte und nun auf die gesamte Boulevardpresse einschlägt.

Was ich aus der Sendung mitgenommen habe:

Journalisten haben es in der heutigen Zeit nicht leicht. Es gibt unzählige Blogs, unzählige Twittereinträge und andere Social Media Inhalte, die für den einzelnen Journalisten nur schwer zu überblicken sind. Man muss mehr denn je den Terminen hinterhet rennen oder sich auf dubiöse Quellen verlassen.
Nehmen wir beispielsweise Google und die Wikipedia. Beide verfügen über eine kaum zu begreifende Fülle an Informationen. Aber diese Informationen sind nicht zwingend korrekt, auch wenn diese den Eindruck erwecken.
Es ist einfach nicht mehr damit getan eine oder zwei Quellen zu befragen, sondern es ist notwendig wesentlich mehr Zeit in die Recherche zu stecken. Weniger Suchen, dafür mehr lesen. Statistiken beweisen, dass die meisten Journalisten bei einer Recherche maximal die ersten 10 Suchergebnisse von Google durchsuchen und daraus ihre Artikel schreiben. Das da nicht alle Informationen korrekt sind, kann schonmal vorkommen. Ist aber für einen Journalisten nicht tragbar.
Hinzukommt, wie Herr Pleitgen sagt, dass die Journalisten von heute einfach faul geworden sind. Der Journalist von früher war nur unterwegs. Heute geht er nur noch selten vor die Tür. Oftmals werden Artikel im Akkord geschrieben und veröffentlicht. Qunatität statt Qualität.
Das ist auch das, was ich öfters bei den Onlineausgaben von Tagesschau und DerWesten bemängel. Ich schreibe einen Blog und mache mir trotzdem die Mühe mal eben eine Rechtsschreibprüfung drüberlaufen zu lassen. Damit bekommt man sehr viele Fehler schon raus. Inhaltliche Fehler fallen mir auch immer wieder auf. Heute beispielsweise steht auf DerWesten ein Artikel, dass in der Straße „In der Schuttbeck“ drei Autos gebrannt haben. In Bochum gibt es aber keine Straße mit diesem Namen. Das kann man leicht bei Google recherchieren oder einfach wissen, weil man sich in Bochum, vorallem Langendreer, etwas auskennt. Gut, diese Information steht schon falsch im Presseportal der Polizei, aber es wäre nunmal schön, wenn sich jemand 2 Minuten Zeit nehmen würde.

Ein anderes Thema war das Zeitungssterben, das nun wohl auch in Deutschland eingesetzt hat. Hier wurde kritisiert, dass die Zeitungen / Redaktionen die Chancen einer neuen Berichterstattung nicht nutzen, sondern eigentlich nur das gleiche Programm mit weniger Geld abspielen, was sie auch schon in der Printausgabe fahren. Da kann es auch mal vorkommen, dass ein Thema nicht aktuell online publiziert wird, sondern erst Tage später in der Printausgabe. „Online bringt nichts ein.“ ist hier die Ausrede, die aber auch nur zeigt, dass die Redaktionen es nicht verstanden haben.
In den USA hat dieses Zeitungssterben schon wesentlich eher eingesetzt und viele kleinere Zeitungen mussten schließen. Auch die Großen hatten zu kämpfen. Aus der Not entstanden neue Konzepte, so dass die Zeitungen auch online Kunden binden konnten. Mehr User heißt im Internet auch immer mehr Werbeeinnahmen und darin liegt der Schlüssel, darin und in den sogenannten Paywalls, die ein Lesen der Artikel erst durch Bezahlung ermöglichen.
So gibt es mittlerweile Online die Möglichkeit Informationen aus der direkten NAchbarschaft zu beziehen. Ähnlich wie die brennenden Autos bei DerWesten.de werden in den USA mittlerweile Datenbanken mit Informationen abgefragt und automatisierte Artikel erstellt. Vielleicht ist das ja auch der Grund für den Fehler bei DerWesten. Der falsche Straßenname ist auch schon im Polizeibericht genannt worden. Dies kann man ebenfalls googlen. Problem an dieser Stelle wird sein, dass man für diese Automatisierung bestenfalls Informatiker braucht, aber keineswegs Journalisten. Das macht den Konkurrenzkampf in dieser Branche noch härter.