Hat mal wer ’ne Hand frei?

Zwei reichen in diesem Fall nicht.

Es fing damit an, dass ich auf dem Weg vom Einkaufen nach Hause das Radio einschaltete und sich zwei Frauen über ein geplatztes Kondom unterhielten… Gut, wer weiss? Societykram am späten Nachmittag. Kurze Zeit später verabschiedete sich die Moderatorin von ihrer Gesprächspartnerin mit: Vielen Dank. Das war Birgit Rydlewski von der Landtagsfraktion der Piraten.

Ich vergaß fast zu bremsen. Bitte WAS? Wieso? und WAS?

Gerade habe ich dann den Hintergrund mitgeteilt bekommen und muss sagen

F A C E P A L M!!!

Ich weiss nicht, was ich schlimmer finde. Das ist auf so vielen Ebenen einen Facepalm wert, dass das schon gar nicht mehr geht. Ich überlege schon dafür den Trollaward aus der Kiste zu holen.

Die gute Rya hatte da wohl einen One Night Stand mit einem ziemlich Unbekannten und dabei ist dann die Sicherung durchgebrannt bzw. das Kondom geplatzt. Hätte ich das bei Twitter selbst gelesen hätte ich mir nichts dabei gedacht. Rya halt, da kann sowas schonmal getwittert werden. Nicht mein Stil, aber es gibt ja auch andere Leute.

Schlimm auch, dass die Bild darauf anspringt und so ein vermeintlicher Schrei nach Aufmerksamkeit gehört und medientypisch aufgebauscht wird. Und den Vogel schießt der Depp ab, der den Tweet samt Beschwerde an die Landtagspräsidentin weiterleitet.

Haben die da im Landtag denn nichts anderes zu tun? Ja, Schlagzeilen sind toll, aber sorgt doch bitte mal mit Inhalten dafür! Und die Bild versucht sich mal wieder als Moralapostel. Das mieste Schmierblatt, das ich kenne.

Das ist alles so AAAARRRRRRGH!!!!

Bild.de
Twitter_PirateLeaksNRW
Twitter_Rya

Debatte um Pressefreiheit in England

Wie sicherlich jeder mitbekommen hat, hat es das ein oder andere Nacktfoto von Prinz Harry in die Zeitung ‚the Sun‘ geschafft. Statt eines handfesten Skandals im Königshaus, Herzinfarkt oder Facepalm der Queen und dem ewigen Rufen nach der Abschaffung der ‚Monarchie‘, nun eine Debatte darüber, was Zeitungen dürfen und wo die Grenzen liegen.
Die Zeitungen pochen auf ihre Pressefreiheit, die Anderen darauf, dass auch Zeitungen eine gewissen Verantwortung tragen. DAS da sind nämlich keine Informationen, die irgendwen etwas angehen, außer den Prinzen und die Begleiterin. Naja und evtl. die Person, die auf den Auslöser gedrückt hat.

Das kalkulierte Chaos

Es ist 11:40h als ich mit meinem Wagen in Richtung Tankstelle aufmache. Weit komme ich nicht, denn schon jetzt geht in der alten Wittener Straße nichts mehr. Die Fahrzeuge stehen schon bis weiter hinten an der Kirche vorbei. Also parke ich mein Auto in der nächsten Parkbucht und mache mich mit einem fiesen Grinsen im Gesicht und der Kamera in der Hand zu Fuß in Richtung Tankstelle auf.

Alle hatten sie es weitergesagt. Radio 98.5 und die DerWesten ganz vorne dabei. Das gibt bestimmt ein paar tolle Szenen, egal wie gut alles organisiert ist. Und es kam, was kommen musste. Die Zufahrtsstraßen rund um die Tankstellen sind verstopft. Der McDonalds-Parkplatz ist abgesperrt. Mindestens 5 Personen regeln den Verkehr vor und auf dem Tankstellengelände. Immer nur einer nach dem anderen darf dem kostenbaren Erdöl eine Wagenlänge näherkommen. Schon ein paar Minuten vor 12 hat der Tankstellenpächter die Aktion gestartet, denn natürlich wollte niemand Minuten vor dem großen Coup den normalen Preis von 1,72€ zahlen. Und dann lief es wie am Schnürchen. Tanken, zahlen, mit dem Kassenbon zum Reifenhändler und sich pro Liter 50 Cent auszahlen lassen. Das alles natürlich nur für Super-Benzin, man will ja nicht auch noch LKWs abfertigen müssen.

Derweil türmen sich die Autos fast. Da wird auch schon mal im Synchronflug abgebogen. Ein ganz Ungeduldiger zieht an der Ampel an der Wittener Straße einfach vor und schlüpft mit seinem Twingo mal ganz schnell dazwischen. Er hat die Rechnung aber nicht mit Vordermann, Hinterfrau und einer Passantin gemacht. Urplötzlich stehen diese wildgestikulierend und laut schimpfend an seinem Wagen. Kurz ausgestiegen, Lage überblickt, wieder in den Wagen und bloß weg.




Dann kommen SIE. Die Polizisten. Zunächst zwei Motoradpolizisten, die sich um die Linksabbieger kümmern, denn diese schaffen es mit ihrer überaus intelligenten Fahrweise die Straßenbahnschienen zu blockieren. Dann machen sie sich an den Rechtsabbiegern zu schaffen. Die Synchronabbieger werden kurzerhand vor die Wahl zwischen der Weiterfahrt auf der Wittener Straße oder einem Strafzettel gestellt. Wir haben ja auch in solchen Ausnahmezuständen Verkehrsvorschriften und die wurden ausreichend gebogen und gedehnt. Ein junge Frau steigt aus ihrem Auto, um dem Polizisten zu erklären, dass sie doch nur schnell etwas zu Essen von McDonalds haben wolle. Keine Chance, auch mit großen Reh-Augen nicht. Nach ca. 15 Minuten ist die Kreuzung wieder geräumt und Links- und Rechtsabbieger-Spuren gesperrt. An anderen Stellen räumen derweil 2-3 weitere Streifenwagen samt Besatzungen auf. Diese Spielverderber, denke ich mir und begebe mich auf den Heimweg. Vorbei an diversen Anwohnern, die belustigt am Straßenrand stehen und sich die ganzen Verrückten anschauen.

Aber halt eines habe ich noch vergessen: DIE PRESSE!
Für die war es natürlich ein gefundenes Fressen. Während gestern auf Facebook noch von der Lokalpresse ausgegangen wurde, habe ich heute auch die große, zugegeben nicht-seriösen Sender gesehen. Ganz groß war SAT1 mit gleich 2 Kamerateams. Es muss echt wenig los sein, in NRW, Deutschland und der Welt.







Edit: Am Tag danach bleibt zu erwähnen, dass die Aktion werbetechnisch schon grandios war. Es waren nicht viele Glückliche, die günstig tanken konnten. Dafür gab es wohl den ein oder anderen Rempler. Wie gut, dass es auf dem Gelände auch eine Werkstatt mit einer Lackiererei gibt.

Der Tag hat Potenzial!

Nachdem der gestrige Tag schon so grandios geendet hat und ich mich die halbe Nacht gefragt habe, warum mir immer so ein Mist passiert, heute dann die Fortsetzung.

Es fing schon den dem Punkt an, wo mir auf dem Weg zum Bad die Kommode vor den Fuß gesprungen ist. Hinterlistiges Ding! Dann schnell in die Innenstadt wen absetzen und dann ab zur Arbeit. Auf dem Weg fiel mir ein, dass etwas Obst ja nicht schlecht wäre, also stoppte ich am nahegelegenen Aldi und wuselte mich so durch die Gänge. Im Obst- und Gemüsebereich wurde gerade noch eingeräumt. Eine Mitarbeiterin wuchtete Tomatenkisten von einer auf die andere Seite. Bis ans Obst vorzudringen war aber gar nicht so einfach, da eine ältere Dame meinte sich und ihren Einkaufswagen nebeneinander im Gang zu präsentieren. Irgendwann hatte sie es geschafft, dass ich ihren Wagen einfach in einen anderen Gang geschoben habe während sie völlig überfordert vor der Kühltheke stand. Schnell ein paar Weinbergpfirsiche und auf dem Weg noch ein paar Waffeln gegriffen und ab zur Kasse. Bloß weg.
1st Place in Queue wie es bei Battlefield heißen würde. Eigentlich gar nicht so schlecht. Ich hatte die Rechnung aber nicht mit der Kundin an der Kasse gemacht. Naja und auch nicht mit der Kasse selbst, denn die ist gar nicht so schlau, wie die Kassiererinnen immer tun. Bei 4 kg jedenfalls streikt die Standard Aldi Kasse. Gut, 4 kg… das ist nicht so wild, denn immerhin sind die meisten Artikel bei Aldi ja in abgepackten Verkaufseinheiten. Eine Ausnahme bilden beispielsweise Tomaten. Aber auch Wassermelonen müssen gewogen werden. Und hier setzte es dann aus. Die Waage der Kasse sagte: „NÖ“. Die Kassiererin sagte: „Oh, die geht leider nicht. Die ist zu schwer. Da müssten Sie sich eine andere Melone holen.“ Die Kundin sagte: „Ja, aber die anderen sind alle kleiner.“
Bei mir setze es aus und während ich exakt diesen Trialog weitere 3 Mal hörte, stellte ich mir die Fragen: Wieso zur Hölle nur 4 Kilo? Wieso liefern die Artikel, die nicht durch die Kasse gehen? Wieso versteht die Sumpfkuh nicht, dass der Trick an der Sache ist, dass die anderen Melonen kleiner sind? Und wieso stehe ich eigentlich da und erschlage nicht einfach alle drei mit einer Tüte Waffeln?

Trollaward des Monats

*Trommelwirbel*

Und der Trollaward des Monats geht an: JULIAN ASSANGE

Wenn der Typ den nicht verdient hat, dann weiß ich auch nicht. Der hat mehr Leben als eine Katze und ist nerviger als eine Mücke in einer warmen Sommernacht.

Entweder die Engländer lassen ihn laufen, dann sind die USA und Schweden sauer und sie machen sich zum Deppen, oder sie handeln sich massiven Ärger mit halb Südamerika ein. Wie ein professioneller Politiker auf die Idee kommt der Presse gegenüber auszuplaudern, dass England nicht davor zurückschrecken wird die Botschaft von Ecuador zu ‚überfallen‘. Wie FEFE in seinem Blog so schön sagt: Da muss man zum Vergleich schon China oder den Iran heranziehen. Das muss man sich mal überlegen. England will sämtliche diplomatischen Verpflichtungen über Bord werfen, weil die dem Assange Asyl gewähren. Zurecht wie ich finde. Die USA wollen ihn unbedingt. Australien bereitet sich darauf vor sich rauszureden, dass sie ihrem Staatsbürger nicht die notwendige Unterstützung zuteilwerden lassen.

Das ist einfach nur großartig und ich wette der kleine Julian lacht sich jeden Abend in den Schlaf.

Aber nur wenns gar nicht anders geht, ne?

So oder so ähnlich scheinen es sich die Richter des Bundesverfassungsgericht gedacht haben.

Die haben heute beschlossen, dass die Bundeswehr nun auch im Inneren eingesetzt werden darf. Das wurde seit Beginn der Bundesrepublik vom Grundgesetz ausgeschlossen, da die Gesetzgeber so etwas wie gebrannte Kinder waren und nie wieder staatlich organisierte Unterdrückung mithilfe von militärischen Mitteln zulassen wollten.

Nach 63 Jahren können nunmal auch solche Ideen in Rente gehen. Die haben uns ja lange genug gedient und ehrlich, so ein WaWe 10000, der hält doch niemanden auf! Bei einem Leopard Panzer sieht es doch direkt ganz anders aus. Dem stellt sich sicher niemand in den Weg.

Das ist nun vielleicht etwas übertrieben, aber durch die Gesetzesänderung ist genau so ein Szenario denkbar. Sicherlich nicht bei den normalen Demos, die hier so durch die Straßen ziehen, aber so etwas wie auf dem Tahirplatz wie in Ägypten wäre wahrscheinlich nicht mehr so einfach möglich. Es wird zwar gesetzlich eingeschränkt, dass die Bundeswehr nicht zur Überwachung von Demostrationen eingesetzt wird, sondern nur in Notfällen, aber so eine Sache wie der Tahirplatz, die verliert ja irgendwann die Bedeutung Demo. Und das ist der Moment, in dem die Jungs von der Bundeswehr an der Reihe sind.

SpOn

Dringend: Popkorn kaufen!

Grund hierfür ist die aktuelle Meldung, dass Ecuador heute über den Asylantrag von Julian Assange entscheiden will. Großbritannien sagt nun an, dass sie die Botschaft stürmen wollen, wenn Ecuador dem Antrag stattgibt.

Das wird bestimmt ‚lustig‘. Damit wären alle diplomatischen Geschäfte mit GB hinfällig. Und das wahrscheinlich nichtmals nur mit Ecuador. Ecuador konnte das als Kriegserklärung werten, wenn sie das wollten. Und es wird da noch ein paar andere Länder geben, die da auch ihre Schlüsse draus ziehen.

Und warum das alles? Weil die Amis pissig sind, das Wikileaks etwas veröffentlicht hat.

„Das ist alles sehr geflickschustert“

Ja, da hat der Herr Somuncu irgendwie recht. Aber die Überschrift passt nicht nur zum eigentlichen Kommentar, sondern vielmehr zur Berichterstattung selbst. Da schaffen es diese ‚Journalisten‘ tatsächlich den Namen 3 mal falsch zu schreiben. Gut, zweimal gleich falsch, dennoch falsch.

Ich habe mir deshalb erlaubt das in den Kommentaren zu kritisieren und siehe da, innerhalb von Minuten ist der Drops gelutscht. Die Fehler sind korrigiert, die ersten Kommentare sind veröffentlicht. Aber nicht alle. Es gibt aktuell 3 Kommentare, aber nur 2 werden angezeigt. Also ich weiss, was in dem Dritten stand.

Wundersamer Weise hat sich an der Uhrzeit der Veröffentlichung nichts geändert *g*

EDIT: Nachdem sich offensichtlich nicht die Einzige war nun ein Update:

Falsche Schreibweise
14. August 2012 – 20:36 — Moderation

Sehr geehrte UserInnen,

vielen Dank für Ihre Hinweise auf die falsche Schreibweise von Herrn Somuncu. Wir haben diesen Fehler nun behoben.

Mit besten Grüßen
die Moderation

Mir wären Lektoren lieber.

Der Fettnapf des Tages geht an:

Eine Journalistin der Welt. Ich schätze Tina Kaiser war es, aber ganz klar ist das nicht.

Grund dafür ist dieser Artikel auf Welt online.

Der Artikel ist der blanke Hohn. Hier versucht eine Journalistin einen Weltstar absichtlich schlecht darstehen zu lassen und als er von sich aus schon nicht ausreichend peinlich ist, stellt sie ihm in passender Manier die passenden Fragen und schon hat man einen wunderbaren Skandal.

Der Beigeschmack des Artikels ist reichlich bitter, wie man an einigen Zitat sehr schön belegen kann.

„40 Stühle waren aufgestellt in dem kleinen Raum. Niveau hat das hier, dicke Teppiche, Wände und Decken mit edelstem Stuck ausgekleidet.“
„Englisch sei die universelle Sprache in seiner bekanntlich weitläufigen Familie, sagt er mit breitem, deutschem Akzent.“
„Die Gastfreundschaft der Briten, die Musikszene und die abwechslungsreiche Küche. „Kwesin“, sagt Becker. Das soll wohl „cuisine“ heißen. Französisch kann er auch, der Weltstar.“

Das da ist alles nicht nett. Dann die Fragen der ‚Welt‘-Reporterin:

„Es ist interessant, dass Sie in Großbritannien ein soviel positiveres Image haben als in Deutschland. Woran liegt das? Haben Sie sich deshalb für den Job als Botschafter entschieden? Oder hat das mehr mit Ihren Problemen mit Ihrer Villa auf Mallorca zu tun, für die Sie angeblich nicht mehr die Rechnungen zahlen können? Sind Sie deshalb auf der Suche nach zusätzlichen Jobs?“

„Das war nicht sehr nett, zugegeben. Aber ein Medienstar muss das aushalten können.“

Richtig! Das war nicht nett und auch vollkommen unangebracht! Und wer bestimmt eigentlich alles, was ein Medienstar aushalten muss und was nicht? Wie in dem Artikel treffend beschrieben

„Der Tennisstar wirkt selbstsicher und entspannt. Lächelnd goutiert er jede Frage als sehr gut, sprüht vor Charme. Die Menschen mögen ihn hier. In Gegensatz zu seinem Heimatland hat er es in Großbritannien geschafft, ein angesehener Tennisexperte zu werden. Als BBC-Fernsehkommentator wird er hoch geschätzt.“

Dagegen

„In Deutschland dagegen wird er eher an seinen Fehltritten gemessen: Steuerhinterziehung, Samenraub in der Besenkammer, gescheiterte Geschäftsversuche, zuletzt der Skandal um seine Villa auf Mallorca, die bald zwangsversteigert wird. Handwerker werfen Becker vor, er habe ihre Rechnungen nicht beglichen.“

Woran liegt das? Vielleicht an der Skandallust der deutschen Reporter? Vielleicht an der widerwärtigen Art wie der Axel Springer Verlag, zu dem die ‚Welt‘ gehört, versucht Quote zu machen? Mir wird schlecht!