Ein Grundsatzurteil, das keines ist

Der Bundesgerichtshof hat heute entschieden, dass ein Phishing-Opfer selbst schuld war. Damit wurde einen Grundstein gelegt mit dem sich in Zukunft die Banken sicherlich rausreden werden. Jedenfalls werden sie es versuchen.

Ich bin sicherlich die Erste, die sagt, dass uninformierte Nutzer besser die Finger davon lassen, aber ich muss auch sagen, dass diese Phishingseiten sehr oft unfassbar gut gemacht sind. OK, niemand sollte so dumm sein und mehrere TANs eingeben, wenn dies von der normalen Nutzung abweicht aaaaaaaaber generell kann ich nachvollziehen, dass solche Seiten auch das geübte Auge täuschen können.

Wir werden sehen, wie weit das gehen wird.

Tagesschau

Wie ein Bewerbungsgespräch nicht aussehen sollte

Es ist sicherlich nicht immer einfach den oder die Richtige für einen Job zu finden. Was mir aber gestern auf der Sitzung der FSVK untergekommen ist, spottet jeder Beschreibung.

Hier sollte eigentlich eine Befragung der Bewerber um die vakante bsz Redakteursstelle gehen, die von der FSVK zu besetzen war. In solch einer Befragung werden die Bewerber oftmals um ihre Einstellung zum Gendern (ihr seht, ich mache das gerade nicht) oder aber ihrer Haltung zu Pflichtdiensten, wie dem Wehrdienst oder dem Zivildienst, befragt. Auch dieses Mal startete die Befragung mit diesen Fragen. Schließlich jedoch kamen wir zu dem Punkt, an dem die Befragung zum Kreuzverhör wurde.

Einer der Bewerber hatte es doch tatsächlich gewagt zur StuPa-Wahl anzutreten. Und das auch noch bei der Grünen Hochschulgruppe. Welch ein Frevel! Es kam jedoch noch schlimmer. Er hatte auch einen offenen Brief an den jetzt amtierenden AStA unterschrieben, welcher AStA & Friends nicht gefiel. Ob er so einen Brief wieder unterschreiben würde, wurde gefragt. Auch ob er seine Stelle als bsz-Redakteur dazu nutzen würde, um dem AStA eine „reinzuwürgen“. Reinzuwürgen ist hier tatsächlich ein Zitat.
Nachdem AStA & Friends diesen einen Bewerber gute 40 Minuten verhört hatten, kamen auch die anderen dran. Da war beispielsweise die Bewerberin, die ebenfalls einmal bei der GHG kandidiert hatte. Auch diese wurde kurz befragt. Die Frage an den dritten Bewerber grenzte schon an Unverschämtheit: „Bei den anderen beiden Kandidaten ist es klar, aber wie wählst du?“
Schließlich wurden alle drei gefragt, wie sie zu diesem offenen Brief stehen würden, und wie sie es fänden, dass eine bsz-Redakteurin diesen entworfen oder zumindest unterschrieben hätte. Begründung war hier, dass man sehen wolle, ob mit der Besetzung es nicht zu Problemen in der bsz-Redaktion kommen könne.

Fazit: Egal wer von den Dreien gewählt wird, alle Drei empfanden dieses Verhör als unangebracht, was es ja auch war. AStA & Friends haben sich an dieser Stelle sicherlich keine Freunde gemacht. Denn gerade solch ein Machtmißbrauch, und nichts anderes war diese Stimmungsmache, wird jeden Journalisten aufhorchen lassen.

„So geht die Freiheit zu Grunde mit donnerndem Applaus“

Ein schönes Zitat aus Star Wars. Nur leider, wie so oft, ist manchmal nicht einmal jemand für den donnernden Applaus da.

So oder so ähnlich sah für mich die gestrige Sitzung der FSVK aus. Die dunkle Seite an dieser Stelle vertreten durch den AStA der RUB und unterstützt durch die Vertreter einiger Fachschaften, die hierdurch die nötige Legitimation bekamen. Tatsächlich ist diese Filmszene ein gutes Beispiel, denn gestern sollte nichts weiter auf den Weg gebracht werden als eine demokratisch durch die Fachschaften legitimierte Senatsliste, damit es hier nicht wieder zu einer Übervorteilung kommen sollte. Kontrolliert durch nichts geringeres als die Fachschaftvertreterkonferenz, einem Gremium mit direkter Anbindung an die Fachschaften selbst. Quantität sollte nicht weiter die Qualität der studentischen Senatsfraktion dominieren.
Es war klar, dass dies den verantwortlichen SenatorInnen und auch dem AStA nicht gefallen würde, da diese bisher zum Großteil niemals mit einer solchen Option konfrontiert wurden. Also wurde die vorgestellte Satzung Stück für Stück auseinander gepflückt. „Gesamte Studierendenschaft“ gegen „Studierendenschaft“, „Fachschaftrat“ gegen „Fachschaftvollversammlung“ und schlussendlich sogar die Frage, ob man das Stimmrecht innerhalb der Liste nach Anzahl der Fachschaften bestimmen möchte, oder lieber die Anzahl der Studierenden einer Fachschaft als Grundlage festlegt. Schon alleine der Name Liste FSVK wurde zu Beginn bemängelt.
Im Verlauf der gesamten Diskussion, die über 150 Minuten lang dauerte, fiel immer wieder auf, dass der Grund für die enge Bindung an die FSVK den Diskussionspartnern entweder nicht klar war, oder aber nicht recht war. Die enge Anbindung an die FSVK sollte Machtmissbrauch grundsätzlich ausschließen. Dieser war zeitweise offensichtlich, da ein paar der AStA Mitglieder und Senatoren als Vertreter ihrer Fachschaften anwesend waren und auf diese Weise Druck ausübten, was nicht zuletzt durch Abstimmungen mit teilweise nicht nachvollziehbare Entscheidungen klar wurde. So kam es beispielsweise dazu, dass bei einem eingeforderten Meinungsbild, ob das Stimmrechtverfahren der FSVK auch auf die Liste FSVK angewandt werden soll, die Vertreterin der Fachschaft Genderstudies sich enthielt. Stellt sich an diesem Punkt die Frage, warum sich eine Vertreterin einer Fachschaft mit nur 62 Studierenden bei einer Abstimmung enthält, bei der es darum geht zu vermeiden, dass große Fachschaften mehr Stimmen haben als Kleine. Eine Fachschaft wie Genderstudies würde bei einem solchen Verfahren ein Stimmrecht haben, dass gegen Null tendieren würde.
Vielleicht erklärt es der Punkt, dass eben diese Vertreterin des Fachschaftrat Genderstudies nicht einfach nur als solche anwesend war, sondern noch weitere Ämter bekleidet (Senatorin, Gremienberatung, stellv. SP Sprecherin, QVK und die Mitarbeit im Referat für Öffentlichkeitsarbeit und studentische Zusammenarbeit).

Aber was solls? Ich liebe Herausforderungen!