Die Luft wird dünn fürs Internet

Da können sich die Massen im Internet ruhig über Herrn Heveling lustig machen, dass er glaubt, dass das Web 2.0 bald Geschichte sein wird, denn soviel Unrecht hat der Mann da nicht.

STOP Schilder gegen Kinderpornografie, SOPA, PIPA, ACTA und wie die Verfahren zur Unterbindung von Urheberrechtsverstößen alle heißen… Die Luft wird dünner. Schon heute werden weite Teile des Netzverkehrs gescannt und ich wette selbst dieser Blog wird wahrscheinlich durch den ein oder anderen Computer analysiert werden.
Mit jedem neuen Gesetzesentwurf sind wir einer grundlegenden Veränderung des Internets einen Schritt näher. Und wie ja langsam auffällt ist unseren Politikern klar, dass es über die bundespolitische Ebene nicht funktioniert. Hier gibt es doch noch ein paar Menschen mit Gewissen, die das Grundgesetz nicht einfach aushebeln wollen. Deshalb wird dies über die EU Ebene versucht, und zwar mit dem zuvor genannten ACTA.

Über ACTA ist nicht viel bekannt. Nur soviel, dass demnächst schon Satzfragmente zu den urheberrechtlich geschützten Stücken werden und man sich bei der nicht autorisierten Nutzung strafbar macht. Filmzitate wären damit nicht mehr möglich, oder aber eben auch andere Inhalte. Dazu kommt, dass nun das Netz offenbar stärker gescannt werden soll.

Youtube, Google+, Facebook, Wikipedia…. Alles gefährdet. Man muss nicht lange darüber nachdenken, um darauf zu kommen, dass das Verschwinden dieser 4 das Internet nachhaltig verändern würde. Sicherlich würde das Web 2.0 nicht sofort ausfallen, aber vielleicht wäre es doch ein Tod auf Raten.

Stellt sich nur die Frage: Wer will das Internet in Ketten legen? Und wieso spielt unser Staat da mit? Wieso spielen so viele Menschen dabei mit? Das was über ACTA bekannt ist verursacht Sorgenfalten auf der Stirn. Wie schlimm das wirklich ist kann man nur erahnen, wenn man sieht, dass gestandene Politiker, die vom EU Parlament beauftragt sind, ACTA mitzugestalten, alles hinwerfen, weil sie das nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können.

Am 11.02.2012 ist europaweiter Aktionstag gegen ACTA

Das einzig Gute: Diese Drecks-Apps von Facebook würden reduziert. Keine Welche-Disneyfigur-bist-du-Scheisse mehr. \0/

Eine Plage namens Facebook

Seid ihr bei Facebook angemeldet? Kann ja mal passieren. Ich meine, da kann man Freunde treffen, die man nie hatte und Klassenkameraden mit denen man Jahre lang keinen Kontakt hatte. Die Familie lässt es sich manchmal auch nicht nehmen sich als Freund zu bezeichnen und der Chef würde auch nur zu gern wissen, was der Mitarbeiter so für ein ‚persönliches‘ Umfeld im Internet hat. Eine Ablehnung hat meist zur Folge, dass täglich erneute Freundschaftsanfragen reinkommen. Wo man steht und geht im Netz trifft man auf das kleine weisse F auf blauem Grund. Eigentlich ganz sympatisch. Ich mag blau! Dann aber auch wieder nervtötend. Viele Menschen verbringen am Tag Stunden damit zu tolle Sachen auf ihre Homepage zu packen, um einen Thumb up zu kassieren. „Bla ist in einer Beziehung mit Blabla.“ Thumb up!!! Eine Woche später dann „Bla hat seinen Beziehungsstatus in Single geändert.“ Scheiss drauf! Thumb up!!! Alles wird mit einem Daumen hoch ratifiziert. Ob dies nun passend ist oder nicht ist erstmal nebensächlich.

Wenn man sich in diesem Netz erst einmal bewegt kann es dazu kommen, dass man sich anpasst und auch mal was vom Stapel lässt. Die ersten Thumbs up sind in etwa wie der erste Schuss Heroin. Man will mehr. Jedenfalls erscheint es mir so. Da werden die blödesten Ereignisse auf die eigene Pinnwand gestellt.

Irgendwann dann fängt man selbst an wahllos Daumen hoch zu verteilen. wahrscheinlich in der Hoffnung, dass irgendwer den eigenen Post auch mit einem versieht. Hinzu kommen unzählige Gewinnspiele nerviger Firmen. Apple verlost ein iPad? klick. DM verlost einen Labello? Klick. Oftmals ohne Hirn und ohne Verstand. Erst später fällt es Wenigen auf, was sie da so alles teilen.

Facebook wird auch nie müde dafür zu sorgen, dass das soziale Netz um einen herum immer größer wird. Kennst du diese Leute? Ja schon, aber eigentlich will ich das gar nicht. Diese Leute haben mit Hilfe von Facebook ganz viele Freunde wiedergefunden. Du musst dafür nur deinen Rechner freigeben. Willst du das? Zur Hölle NEIN!!! NEIJEN!! Und dann das Beste: Wir haben hier jemanden, der Facebook in ICQ integriert hat und der hat da auch deine ICQ Nummer gespeichert. Wir schlagen den dich mal vor. Scheiss drauf, wer das ist, woher du den kennst. Der wird schon wissen, ob er dich kennt.

Vor dem Kram da kann man sich noch relativ gut schützen. Und zum Großteil beruhigt sich das alles ja mit der Zeit. Was sich aber nicht beruhigt sind die dauernden Anfrage zu irgendwelchen Apps.

Bla hat herausgefunden welche Disney Figur er ist. Finde heraus wer du bist?!
Bla hat herausgefunden welches Auto er mal fahren wird. Finde heraus welches du fahren wirst?!
Bla spielt ein Spiel. Hilf ihm Punkte zu bekommen und spiel selbst?!

Echt? Ich soll das spielen und meine Freunde mit dem gleichen Scheiss nerven? Wohl kaum! Ich glaube, dass man so etwas nicht macht, wenn man die Leute wirklich Freunde nennt und auch bei der eigenen Familie wäre ich da vorsichtig. Und trotzdem rauschen bei mir täglich solche Anfragen rein. Ganz groß sind auch diese Apps, die irgendetwas von einem wissen wollen. Bla möchte wissen wann dein Geburtstag ist und nutzt dafür dann die Geburtstags-App. Fuck echt? Eine App? Wieso schaust du nicht in mein Profil? Ach da steht mein Geburtsdatum nicht drin? Oh fuck. DAS HAT NEN GRUND! Ich will nicht, dass FB mein Geburtsdatum kennt. Naja gut, man muss die Nachricht anklicken, damit sie weg ist und der App den Zugriff auf die Daten verweigern. Und dann offenbart sich wie weit diese App tatsächlich auf die Daten zugreift.

Um das zu verdeutlichen: Die Lächeln-App!!

Genehmigungsanfrage

Lächelnbittet dich um deine Genehmigung für Folgendes:

  • Auf meine allgemeinen Daten zugreifen
    Umfasst Name, Profilbild, Geschlecht, Netzwerke, Nutzer-ID, Freundesliste und alle weiteren Informationen, die ich öffentlich gemacht habe
  • Mir E-Mails schicken
    Lächeln darf mir E-Mails direkt an ***** senden ·

Lächeln

Indem du fortfährst, stimmst du den Allgemeine Geschäftsbedingungen und Datenschutzrichtlinien von Lächeln zu · Anwendung melden

Echt? Und das alles für ein Lächeln? Wenn das keinen Facepalm wert ist, dann weiss ich auch nicht.

Über den Anstieg der Naivität im Alter

von mydailyfacepalm @ 2011-11-15 – 01:13:06

Diesmal eine Erzählung aus der Leben in dieser Hausgemeinschaft.

Zunächst möchte ich sagen, dass ich seit 25 Jahren das erste Mal wieder von einer Hausgemeinschaft reden kann. Man gratuliert sich zum Geburtstag, man sorgt sich gemeinsam um das Gelände um und das Haus selbst. Man tauscht Backrezept und das ein oder andere Stückchen Kuchen aus… eben alles, was man sich unter einer Hausgemeinschaft vorstellen kann.

Deshalb hat sich zwischen den Bewohnern auch eine nicht ganz familiäre, jedoch nette Beziehung entwickelt.

Dies ist auch der Grund, warum unsere 79 Jahre junge Nachbarin heute gegen Abend anschellte und meine Eltern um Rat bat.
Sie hatte in der Stadtzeitung eine Announce gelesen. Jemand sucht alte Schreibmaschinen. Sie hat eine und schon kam man sich ’näher‘. Der Mensch erschien also und unterhielt sich mit ihr. Er wolle die Schreibmaschine wohl kaufen, jedoch wäre er nicht der eigentliche Käufer, sondern wäre wohl eher Goldhändler. Alten Schmuck, sie würde verstehen. Ob sie denn so etwas habe? Ja, antwortete sie und (Hinweis auf den Titel) zeigte ihm eine dicke Goldkette. Er packte ein paar Fläschchen aus und meinte damit könne er den Wert checken. 400€ würde er schätzen. Im weiteren Verlauf des Gesprächs dann hieß es 650€… sie lehnte das Angebot ab und wolle nicht verkaufen. Der nette Herr verabschiedete sich von ihr mit der Bemerkung: „Ein Kollege wird sie dann morgen anrufen und die Schreibmaschine abholen.“
Moment! Sie hat ihm doch gar nicht ihre Telefonnummer gegeben…

Nun warten wir gebannt auf die Dinge, die da kommen. Mein Vater ist direkt mit ihr zu Kripo gefahren, um nachzuhorchen, ob das evtl. eine Betrugsmasche bzw. ein Einbruchsauskundschafter sei. Die Kripo weiß nichts… Naja die Nachbarin hat nun ihr Handy am Bett liegen, ich habe meins ebenfalls direkt neben mir. Ein Knüppel ist neben der Wohnungstür griff bereit. Das wird eine sehr unruhige Nacht in diesem Haus.

Was nicht dein ist lass nicht liegen,

von mydailyfacepalm @ 2011-10-19 – 12:33:05

bevor es noch die anderen kriegen. So oder so ähnlich hat es sich ein ich sag mal Gelegenheitsdieb gedacht als er in einem Hamburgerklinikum eine Zarges-Box entwendet hat. Zarges Box? Was ist denn das? Nun ja, dass sind Boxen aus Aluminium, die gerne von Handwerkern zur Aufbewahrung ihrer Maschinen genutzt werden. Die kosten schon eine gewisse Stange Geld, schützen aber auch den Inhalt vor Langfingern. Dummerweise aber eben nicht die Box selbst. Die sollte also entweder in einem verschlossenen Raum, einem Auto oder im Blickfeld des Besitzers stehen.
Leider ist genau das im Krankenhaus in Hamburg nicht gesehen. Der Angestellte hatte die Box nur mal eben abgestellt, um etwas anderes zu machen und als er wiederkommt ist die Box weg.
Jetzt denkt man sich: Dummgelaufen. Diebstahlversicherung oder sowas wird schon zahlen. Aber weit gefehlt, denn in diesem Hamburger Klinikum wurde in besagter Box eine Babyleiche transportiert.

Für diesen Verlust bezahlen nur die Eltern des Kindes.

Nun könnte man davon ausgehen, dass dies über die Medien verbreitet wird und der Dieb erkennt welchen Bockmist er gebaut hat und dann die Möglichkeit ergreift das Diebesgut wieder dem Besitzer und den Eltern ihr totes Baby zurückzugeben. Reumütig würde ich davon ausgehen, dass ich Probleme mit dem Gesetz wegen des Diebstahls bekomme und auch dieses Verfahren glimpflig verläuft, weil man sich ja stellt und die Beute zurückgibt. Aber weit gefehlt. Da wird über die gleichen Medien noch verbreitet, was sich die Justiz alles einfallen lassen wird denjenigen richtig bei den Eiern zu kriegen. Störung der Totenruhe… und was die sich alles einfallen lassen werden. Da kann der Arsch des gewöhnlichen Kleinkriminellen schon auf Grundeis gehen und der wird sich fragen, warum er nicht einfach alles verschwinden lassen soll.

Und auch in diesem Fall werden die Leidtragenden die Eltern sein.

Aber Hauptsache, der Gerechtigkeit ist genüge getan worden.

Es sollte ein demokratischer Staat werden

von mydailyfacepalm @ 2011-08-25 – 12:16:36

Wie ich es mitbekommen hatte sollte es doch genau darum in Libyen gehen, oder täusche ich mich da? Deshalb mischen sich ja andere Staaten ein und bombadieren seit Wochen das Land. Es gilt einen Diktator zu stürzen, der seit Jahrzehnten ein zwar wenig beliebter, jedoch willkommener Handelspartner im Westen bekannt war. Jahrzehnt floß unser Geld, unsere Technologien in Richtung Libyen und dafür Rohöl in die andere. Diese Einstellung hat sich grundlegend geändert. Seit Tagen überschlagen sich die Meldungen. Tripolis ist zu weiten Teilen in Rebellenhand. Kinder schleppen erbeutete Waffen zu Sammelpunkten. Jugendliche werden am Gewehr ausgebildet und dürfen nach ca. einer Woche Training an den Kämpfen teilnehmen.
Das einstige Versprechen den Diktator vor ein Gericht zu stellen wurde nun durch ein Kopfgeld abgelöst. Get him dead or alive! Sehr rechtsstaatlich! Und zwischendurch kommt ganz nebenbei die Meldung, dass die NATO Giftgaslager nahe Tripolis vermutet. Senfgas, ihr wisst schon. Ich wette, ich weiss was hinter dem ‚made in‘ steht. Ihr auch?

Feuerwehr auf falschen Wegen

von mydailyfacepalm @ 2011-08-17 – 21:41:25

Es ist warm, ich habe das Fenster weit offen. Schon seit Minuten höre ich das Martinshorn und sage noch zu Freunden, dass da wohl irgendwo richtig was los ist. Kaum habe ich das ausgesprochen, schon sehe ich ein blaues Blinken die Straße entlang huschen. Oh die fahren Richtung Opel… oder doch nicht. Sie biegen in die kleine alte Laerfeldstraße ein und der Rettungswagen fährt den kleinen Weg zum Umspannwerk herunter. Ich werde stutzig. Das kenne ich doch schon. Nur von der anderen Seite. Ich schaue, ob es bei den Häusern an der Seite vielleicht brennt, denn mittlerweile stehen 5 Feuerwehrwagen auf der Laerfeldstraße und wollen auch in den kleinen Weg hinein. Nichts brennt. Ich denke daran, dass evtl etwas mit dem Bauern ist, aber den habe ich den ganzen Tag nicht gehört. Also was ist da los? Und dann fällt es mir ein. Jeden Tag sehe ich Fahrzeuge den kleinen Weg vom Ümminger See her über die A43 fahren, anhalten, wenden und wieder zurückfahren. Es sind die Navigationssysteme, die den Fahrern weiß machen wollen, dass dieser kleine Weg die kürzeste Strecke zwischen Werne und Laer ist. Ein Trugschluß, denn zum einen ist das da wirklich nur ein asphaltierter Weg und keine Straße, und zum anderen an mindestens 2 Stellen blockiert. Dies ist nun die zweite Aktion der Feuerwehr, die ich auf diesem Weg erlebe. Dabei ist es doch gerade bei einem solchen Einsatz wichtig den richtigen und schnellsten Weg zu nutzen. Ich stelle mir bei den Rangiermanövern immer den Mann mit Herzinfarkt vor, der beim Joggen zusammengebrochen ist. Der liegt da während der Rettungswagen auf der anderen Seite der Barriere steht und den Hilfslosen nicht sieht.

Da muss dringend etwas unternommen werden. Die Autofahrer, die nicht nachdenken, sondern blind dem Befehl der Computerstimme folgen, sind mir egal. Aber wenn es um einen ganzen Zug der Feuerwehr geht, dann werde ich langsam wirklich nervös.

Festplatte voll? Wie geht das denn?

von mydailyfacepalm @ 2011-07-20 – 21:56:29

Diese Frage stellte vor ein paar Jahren einer der Nutzer mehr in der Hoffnung wir würden ihm den Gefallen tun und eine weitere einbauen. Zu diesem Zeitpunkt war dafür jedoch kein Geld vorgesehen, das Budget war aufgebraucht. Außerdem war klar, woran es lag. An einer Sammelwut Lehrvideos betreffend. Also wurde ihm mitgeteilt, dass er einfach seine Festplatte von nicht mehr gebrauchten Dateien befreien solle und das damit wohl schon alles wieder laufen würde.
Gesagt, getan. Besagter Nutzer setzte sich also an den Rechner und begab sich auf die Suche nach Dateien, die er nicht mehr brauchen würde. Da waren Filme und Fotos und Dokumente und ja und dll-Dateien… Moment?! dll-Dateien? Wofür sind die denn? Habe ich die jemals benutzt? Ich denke nicht. Also wenn ich die nicht brauche, dann soll ich die ja löschen. Und dann passierte, was passieren musste, wenn man sich als Laie in den Systemdateien verläuft. Das System gab nichts mehr von sich. Ein Neustart half auch nicht weiter. Aber da waren ja noch die Leute vom technischen Support.

Entschuldigung, aber die Liste hab ich wohl verlegt

von mydailyfacepalm @ 2011-07-20 – 12:23:38

Firewalls sind ja schon eine tolle Erfindung. Deshalb verfügt die Uni auch über eigentlich recht gut eingestellte Firewalls, die einen Großteil der Angriffe abwehren. Deshalb und weil die meisten Nutzer eh nicht wissen, was ihr Rechner so macht, haben wir auf diversen Rechnern nur die Windows Firewall installiert. Diese leistet gute Dienste. Es kommt aber immer mal vor, dass ein Nutzer ein externes Programm nutzen möchte. Normalerweise rate ich an diesem Punkt immer ab, aber wenn der Nutzer mir versichert mit Firewalls umgehen zu können, dann kann es passieren, dass ich der Installation zustimme.
So auch beim folgenden Fall… Der Nutzer bekommt also eine Firewall installiert, die zugegeben mich schon ziemlich genervt hat, so dass ich sie von meinen Rechnern entfernt habe. Dieser Nutzer wollte aber unbedingt und damit fing der folgende Report auch schon an.

Vor ca. einer Woche bekam ich die erste Email:

„Welche Programme dürfen sich mit einem Server außerhalb der Uni verbinden? Mir ist erst durch den Einsatz der Firewall aufgefallen, dass es da einige gibt, die sich mit etwas anderem als uniinternen IPs. … verbinden wollen. Ich wüsste gerne, welche Ziele das sind und wozu die Verbindung jeweils dient. Können wir uns die zwei bis drei Programme mal zusammen ansehen? Oder haben Sie eine Liste?“

Ähm ja, also welche Programme dürfen sich denn so nach außen verbinden? Ich antwortete also dass es immer drauf ankommt. Es gibt Programme, die öfters Updates brauchen. Es gibt Programme, die sich regelmäßig zuhause zurückmelden. Es gibt Programme, die Daten nach hause schicken. Manche Programme machen auch alles zusammen. Manchmal ändert sich das auch.
Ich begab mich also zum Nutzer, um ihm das zu erklären. Es brachte nichts. Ich ließ mir also eine solche Meldung schildern.
„Da versucht etwas zu einer externen IP zu verbinden, dass msi beinhaltet. Was ist das?“ – „Handelt es sich um eine Dateiendung .msi?“ – „Nein, einfach nur MSI“ – „Dann wird das wohl ein Treiber sein, der nach einem Update sucht.“ – „Wie ein Treiber? Und wofür? Das regelt doch alles Windows!“ – „Das ist so nicht richtig, manche Treiber machen das auch so. Grafikkarten z.B. haben meist eigene Updatezyklen.“ – „Ja, können Sie nicht aufschreiben, was das für Programme sind und mit welchen IPs die sich verbinden dürfen?“ – „Entschuldigung, aber das wird nichts bringen, denn da kann sich täglich etwas dran ändern, aber wenn Sie mögen leite ich die Anfrage mal an das Rechenzentrum weiter.“ Schließlich sollen die ja auch was zu lachen haben.

Wie tief kann man eigentlich formatieren?

von mydailyfacepalm @ 2011-07-20 – 11:56:11

Vor ein paar Tagen war es wieder soweit. Ein Rechner machte Schwierigkeiten und wurde von uns überprüft. Alles schrie nach Malware, doch finden konnten wir nichts. Nachdem wir also einen Tag brauchten, um Zugang zum OS zu bekommen, da der Nutzer netterweise das Passwort unseres Admin-Account geändert hatte, und weitere 2 Tage nach dem Fehler gesucht hatten, hatten mein Arbeitskollege und ich uns dazu entschlossen, den Rechner einfach neuzuinstallieren.
Ich teilte dies dann dem Nutzer mit, der doch etwas überrascht klang, aber nach einer Erklärung schnell zustimmte. Ich teilte ihm also den Termin mit, an dem ich mit der Datensicherung beginnen wollte. Um diese Datensicherung durchzuführen, benötigte ich sein Passwort bzw. er sollte den Account vom Passwort befreien. Leider gibt es ein paar Programme, die sich vom schnöden Account eines Admins nicht sichern lassen. So weit, so gut. Ich verabschiedete mich, und da geschah es: Ich habe da noch eine letzte Frage: Machen Sie da ein LowLevel Format?
Ich fühlte mich ertappt! LowLevelFormat? Warum? Wieso? Ich? Ich antwortete kurz: Ich werde den Rechner formatieren, wie weiss ich noch nicht genau. Er hatte es geschafft. Ich war verunsichert. Ich wollte eigentlich einfach nur die ganz normale Formatierung machen und dann schnellstmöglich den Rechner wieder fit machen… doch nun musste ich doch drüber nachdenken, ob das denn alles sei. Ein LowLevelFormat kam mir einfach so unnötig vor, aber man lernt ja nie aus. Also las ich nach, fragte Kollegen… nichts. Niemand würde hier ein LowLevelFormat machen. Warum auch? Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Er hatte da was aufgeschnappt! Es konnte gar nicht anders sein.
Am nächsten Tag war es dann so weit. Der Nutzer betrat mein Büro und die erste Frage: Und? Machen Sie nun ein LowLevelFormat? Ich antwortete souverän: Nein, das ist in diesem Fall nicht nötig. Er konterte: „Aber Sie wissen doch gar nicht wie weit sich die Viren eingenistet haben. Sind sie sicher, dass dann alles weg ist? Es gibt da doch diese Programme mit denen man Daten wiederherstellen kann.“
Ein LowLevelFormat… um ein System neu zu installieren… damit Daten nicht mehr wiederhergestellt werden können… auf einem System, dass direkt danach wieder vom gleichen Nutzer genutzt wird…

Ich hab da mal ne Frage…

von mydailyfacepalm @ 2011-07-20 – 11:30:34

… so oder so ähnlich fangen fängt für mich so manche Odysee an, die oftmals mit einem Facepalm endet.

Deshalb werde ich in diesem Blog nun eine neue Rubrik eröffnen und zwar den DAU-Report. Warum? Weil ich nach 3 Jahren technischem Support einfach etwas loswerden muss. Ich hoffe niemand fühlt sich auf den Schlips getreten, aber manchmal muss es einfach raus. Oftmals wissen diese DAUs gar nicht wie weit sie uns Technikaffine an den Rand der Belastbarkeit treiben.

Ihr dürft euch also auf diverse neue und auch alte Geschichten freuen, die ich noch so auf Lager habe. Vielleicht findet sich auch der ein oder andere Co-Autor.