Ganz großes Kino im Theater

In der letzten Woche wurde an der Ruhruni nicht nur das Studierendenparlament neu gewählt, sondern auch gleich 2 Urabstimmungen durchgezogen.

Über das Ergebnis einer dieser Urabstimmungen hat DerWesten nun einen Artikel verfasst, der meine Befürchtungen bestätigt.

In diesem Artikel kommen mal ein paar Zahlen auf den reich gedeckten Tisch: Ca. 42000 Studis zahlen pro Semester nur einen Euro für eine sogenannte Theaterflatrate. Erfahrene Flatratenutzer wissen, dass jede Flatrate mit Bedingungen daher kommt. Beim Chinesen sind es die Bauschmerzen, weil man sich überfressen hat. Beim Telefonanbieter ist es die Drosselung, und auch beim Schauspielhaus gibt es ein großer ABER.

Das vertraglich zugesicherte Kontingent umfasst 40 Karten für das Schauspielhaus, 12 für die Kammerspiele und 4 Karten für das Theater Unten. Simon Gutleben, der Finanzer des AStAs sagt, dass „der Großteil der Studierenden die zusätzlichen Tickets nutzt, die an der Abendkasse bereitliegen“. Soso, der Großteil…. 42000 Studis…. der Großteil? Dazu gibt der Artikel dann auch etwas her: „…Theatersprecherin Christine Hoenmanns […] verweist auf die über 2000 Studenten, die die Vorstellungen seit Oktober 2013 unentgeltlich besucht haben.“

Über 2000 Studierende also… Ich gehe mal nicht davon aus, dass das Schauspielhaus die Studierenden namentlich vermerken, sondern dass mit der Aussage 2000 Karten gemeint sind, aber wenn nicht bitte ich um Mitteilung, denn dann würde ich da mal die Rubpiraten darauf ansetzen.

Der Januar ist fast vorbei. Das Projekt läuft nun also seit ca 4 Monaten. 2 weitere Monate kommen also noch. Ich gehe dann mal für das Wintersemester von einer Ticketzahl in Höhe von 3000 aus. 42000 durch 3000 sind 14. Also bekommt das Schauspielhaus rechnerisch pro Ticket 14 €. Nun vergleichen wir mal diesen Preis mit den normalen Kartenpreisen:

Schauspielhaus und Kammerspiele
Sonntagabend bis Donnerstagabend:
ermäßigt: 14,00 € / 11,00 € / 8,50 € / 7,00 €

Freitagabend bis Sonntagnachmittag:
ermäßigt: 15,00 € / 12,00 € / 10,00 € / 8,00 €

Das Theater Unten hat einen ermäßigten Standardpreis von 8€

Die gesamte Studierendenschaft zahlt also bei jeder Vorstellung mindestens 52 Karten der Kategorie 2, wenn nicht sogar 1, dafür das sich ein Grüppchen von weniger als 3000 Personen den Abend kulturell versüßen kann? Sehr schön. Freut mich. Ich finanziere euch gerne eure Abendunterhaltung mit.

Jetzt mal Spaß beiseite. Ich finanziere mit meinem Sozialbeitrag finanzschwachen Studis die Wohnung und das Mittagessen. Ich finanziere Studies, die außerhalb des VRRs leben die Anreise. Dies alles mit dem Argument: Solidarität. Das tue ich nicht allzu gerne, denn auch ich gehe für dieses Geld arbeiten und bekomme keine Zuschüsse vom Staat, aber ich tue es. Bei der Theaterflatrate handelt es sich zwar nur um einen Euro, aber den würde ich lieber dem nächsten Bodo-Verkäufer in die Hand drücken. Das würde für mich jedenfalls mehr Sinn machen als einem eh schon durch Steuergelder subventionierten Kulturbau entgeltlich eine bessere Auslastungsquote zu verschaffen.

Neues vom AStA der Ruhruni

Heute war ich im FSVK Büro, um eine Bescheinigung abzuholen, und bei der Gelegenheit konnte ich die neuen Großraumboxen der FSVK bewundern. Das sind schon echte Brecher. Zur Großraumbeschallung… Großraumbeschallung? Wieso? Seit bestimmt mehr als einem Jahr dürfen gar keine großen Parties mehr von Fachschaften organisiert werden. Die Fachschaften werden alle fein auf das AZ verwiesen und da hat man afaik eine Anlage und wenn nicht, dann hätte die alte Anlage auch locker gereicht. Aber hey! Irgendwer wird die bestimmt mal ausleihen. m(

Die bsz bekommt neue Gesichter

Der AStA der Ruhruniversität Bochum schlägt sich wieder selbst ein Schnippchen.

Dieses Mal verlängert der neue AStA der Ruhruniversität die Verträge fast aller Redakteure der Bochumer Stadt- und Studierendenzeitschrift (bsz). Versucht hatte der AStA schon vorher die Verträge mit den Redakteuren zu lösen, aber dies war wohl nicht so einfach möglich. Genauer genommen hatten die AStA Referenten getobt, weil der alte AStA (GHG, LiLi und Swib) die Verträge der Redakteure vor Übergabe des AStA Sitz schnell noch verlängerten. So hatten die langjährigen MitarbeiterInnen wenigstens noch 6 Monate Zeit. Eine Begründung bleibt der AStA bisher noch schuldig, aber es ist offensichtlich, dass der AStA über die wiederholte nicht unbedingt positive Berichterstattung unglücklich war. Sicherlich auch deshalb haben die AStA Mitglieder und Freunde vor einigen Monaten schon versucht massiv Einfluss auf die Besetzung der bsz Redakteursstelle der FSVK zu nehmen. Darüber berichtete ich schon damals. In der Zwischenzeit scheint der AStA nichts dazugelernt zu haben. Es fehlt einfach an der Einsicht, dass oftmals nur Kritik zur Selbstreflexion anregt. Vielleicht hat man aber auch einfach nur keine Lust sich mal mit den eigenen Taten auseinander zu setzen und sonnt sich lieber im selbst herbeigeredeten Licht.

Wie ein Bewerbungsgespräch nicht aussehen sollte

Die hohe Kunst der Selbstreflektion

Es ist nicht immer leicht die eigenen Idee zu verwirklichen, seien sie auch noch so gut. Die Zusammenarbeit mit anderen Menschen führt zwangsläufig immer wieder an die Stelle, an der man sich fragt, ob man das was aus einer Idee geworden ist wirklich noch mittragen kann. Das letzte Wochenende ist in diesem Punkt nicht zimperlich mit mir gewesen, so dass ich nichts geringeres als meine politische Einstellung grundlegend überdenken muss. Ja, vielleicht betrifft dies nicht nur meine politische Einstellung, sondern gleich meine gesamte politische Arbeit.

Die Frage, die sich mir gleich zweimal an diesem Wochenende stellte lautete: Bin ich weiterhin gewillt mit Menschen zusammen zu arbeiten, die sich aufgrund ihrer Position über Regeln oder Grundsätze der jeweiligen Gruppierung hinweg setzen, um für sich selbst einen einfacheren Weg zu finden?

Zum einen wäre da wieder einmal die Geschichte an der Uni. Diese eine Senatorin, die nebenbei Gremienberaterin und stellv. StuPa-Sprecherin ist. Dabei wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass sie die Gremienberaterin für den Senat ist, denn wenn sie das für den Asta tun würde, dann würde sie gegen die Satzung der Studierendenschaft verstoßen und zumindest einen der bezahlten Jobs los sein. Dabei spielt es wohl keine Rolle, ob die Stelle der Gremienberaterin vom Asta direkt bezahlt wird oder nicht. Also jedenfalls theoretisch nicht. Meiner Meinung nach ist das eine Farce, denn es wurde auf mehreren Treffen klar, dass sie das nicht trennen kann. Immer wieder verhält sie sich so sehr pro Asta, dass sie selbst als Vertreterin ihrer Fachschaft Entscheidungen trifft, die der Fachschaft schaden, dem Asta aber nutzen.
Aktuell versucht sie in die neue Senatsliste zu kommen und dort wieder als Senatorin zu kandidieren. Eine Senatorin, die in ihrer Position als Gremienberaterin und stellv. Listensprecherin bewusst gegen die Satzung der Liste LVV verstoßen hat. Eine Senatorin und Stupa-Mitglied, dass als Listensprecherin der Grünen Hochschulgruppe nach der Wahl die Liste verlassen hat, jedoch offensichtlich immer noch Mitglied von Bündnis 90 / Die Grünen ist. Eine Senatorin, die Zitate auf Internetblogs versucht zu verhindern, weil diese so nicht gesagt wurden, jedoch in offiziellen Protokollen stehen. Zwei Internetblogs wurden per Email kontaktiert, dass rechtliche Schritte folgen werden, sollten die Zitate bzw. die Namensnennung nicht entfernt werden. Gerüchteweise soll es sich hierbei um Persönlichkeitsrechte handeln – Eine Grüne spielt also Persönlichkeitsrechte als an der Uni politisch aktive und auf diese Weise auch öffentliche Person gegen die Pressefreiheit aus. Fehlende Selbstwahrnehmung, fehlende Selbstreflektion und eine gehörige Portion politisches Unverständnis. Stellt sich mir die Frage: Kann ich eine Liste unterstützen, die dieser Person ermglicht ihre Spielchen weiter zu treiben? Ich fürchte nicht, denn ein solches Verhalten ist mir zutiefst zuwider.

Der andere Fall ist für mich gravierender, denn die Unipolitik werde ich bald hinter mir lassen. Wie meine sonstige politische Zukunft ausschaut ist mir nämlich nicht so klar. Die Parteipartei jedenfalls scheint momentan nicht die Lösung zu sein. Auch hier beschleicht mich immer öfters ein Gefühl der Übelkeit, das nicht zuletzt von Magenschmerzen herrührt, weil ich mich unendlich darüber ärgere. An diversen Ecken und Kanten stoße ich mich. Da ist beispielsweise ein Landeschef, der der Meinung ist, dass die Basis im weiteren politischen Entscheidungsverlauf im Landtag nicht befragt werden sollte. Man säße ja schließlich dort, weil man deren Vertrauen hätte. Aber gerade dieses Vertrauen geht mir zunehmen ab. Wie soll ich jemandem vertrauen, der einen rechten Spinner innerhalb der Partei deckt? Einem Spinner, der kein Problem damit hat ein anderes Mitglied bzw. Ex-Mitglied abseits der Parteiaktivitäten zu diskreditieren?
Vertrauen ist ein starkes Wort. Wer soll man trauen, wenn es um nichts weniger als die eigene Zukunft geht? Wieso ist man Mitglied in einer Partei, wenn man eben diese Zukunft nicht aktiv gestalten möchte? Mitgestalten! Das ist Kernpunkt der Piraten. Das und Transparenz. Beides führt zwangsläufig zu offenen Organisationsstrukturen. Mit genau diesen Strukturen sammelt man immer mehr Mitglieder, so dass diese Strukturen anstrengend werden. Mit der nötigen Disziplin und der nötigen Leidenschaft schafft man es auch in zwei Tagen mit mehr als 400 Mitgliedern Vertreter zu wählen und Wahlprogramme zu erstellen. Man stellt sich den Problemen… jedenfalls bis vor ein paar Wochen. Eben als die Kandidaten der Landtagsliste gewählt wurden. 42 an der Zahl. 42, eine für Nerds und Geeks historische Zahl. Mit diesen 42 jedoch ist noch lange nichts beantwortet, im Gegenteil. Es gibt mehr Fragen. Denn diese 42 setzten sich vom Landesvorstand unterstützt über die Grundsätze der Piraten hinweg und trafen sich auf einer geheimen (jedenfalls nach Möglichkeit verschwiegenen), nicht-öffentlichen, nicht-parteiintern-öffentlichen Mailingliste. Im Gegensatz zur vorherigen Landeslistenmailingliste war diese nicht einmal lesbar für Außenstehende. Außenstehende… das beinhaltete alle, die nicht zu diesen 42 gehörten. Warum? Warum so intransparent? „Weil man sich kennenlernen wollte. Schließlich muss man bald zusammenarbeiten.“ – Gut, ok, man muss sich kennenlernen. Man kann mir aber auch nicht erklären, warum das geheim geschehen muss. Die Parteimitglieder haben ein hohes Bedürfnis zu wissen, wie die ins Rennen geschickten Leute ticken. „Man wollte mal Dampf ablassen können.“ – Gut, kann ich nachvollziehen. Deshalb blogge ich. Öffentlich. Ok, das mediale Interesse ist nicht auf mich gerichtet, aber das kann sich ändern. Dann werde ich mich aber auch so verhalten. Verantwortung für mein Geschreibsel übernehmen. Kann mich jemand vertreten, der sich entweder nicht im Griff hat und ein Bedürfnis hat herum zu pöbeln? Wer es nicht schafft seine Eindrücke und Gefühle in adäquater Form auszudrücken, den brauche ich nicht im Landtag. Wer sich dem Druck nicht gewachsen fühlt, der hat generell ein Problem damit sich selbst überschätzt zu haben. Ist das ein Grund mich von diesen Gedanken auszuschließen? Offensichtlich. Ist das die Art der Piraten? Nein. Ein anderes Argument war: Termine koordinieren. Krankmeldungen. „So etwas sei privat und deshalb nicht auf einer Mailingliste zu lesen, jedenfalls nicht auf einer öffentlichen.“ – Auch hier muss ich einfach sagen: Nein! Wer krank ist, ist krank. Punkt! Was die Person hat ist irrelevant und muss nicht mitgeteilt werden. Wenn eine Person von der Liste länger ausfällt, dann reicht der ungefähre Zeitraum. Mehr nicht. Auch die restlichen 42 müssen nicht wissen, dass man operiert wird oder zumindest nicht wieso. Und wenn es einem so wichtig ist, dass niemand davon weiß, dann sollte man vielleicht nicht darüber twittern. Ob nun eine andere Person bei Einslive ins Mikro spricht, dürfte auch das Fußvolk interessieren. Das letzte Argument, das angeführt wurde: „Und hey, wenn es dann öffentlich ist, dann beginnt doch ohnehin erst der Entscheidungsprozess, das ist doch unsere ureigene Politikphilosophie. Denn ein Grundsatz, den wir haben ist doch, Entscheidungen können nicht im Hinterzimmer getroffen werden!“ Es wurde also auf dieser Mailingliste nicht inhaltlich gearbeitet, aber wenn das dann doch geschehen würde, dann würde diese Entwurf in den Entscheidungsprozess der Partei kommen. Hier wird suggeriert, dass das immer so ist… vom politischen Geschäftsführer Alexander Reintzsch. Ja, es stimmt, dass der Entscheidungsprozess immer gesamtparteilich läuft… der Entwicklungsprozess aber auch! Jede, der sich für Themen interessiert kann sich in den dafür eingerichteten AGs beteiligen. Es gibt hier keinen Unterschied, ob und wie lange man Mitglied ist. Vorstand oder Karl Arsch vom Dienst. Vollkommen Wumpe! Der Entscheidungsprozess ist nämlich maßgeblich davon beeinflusst, welche Entwürfe vorgelegt werden. So sind in das Wahlprogramm 2012 der Piratenpartei NRW im Bereich Bildung nur Inhalte aufgenommen worden, die zuvor in dieser AG diskutiert wurde. Alle anderen Anträge wurden abgeschmettert. Ich habe in dieser AG nicht mitgearbeitet, aber ich hätte es jederzeit tun können und DAS ist es, was die Piraten von anderen Parteien unterscheidet.
Und nun der Bogen zurück zum Beginn: All diese Argumente sollen mich dazu bringen den 42 wieder zu vertrauen. 42 Leuten, denen nicht einmal der Gedanke daran gekommen ist, dass es nicht gut ist das Fußvolk außenvorzulassen. 42 Leuten, denen man im April noch das Vertrauen ausgesprochen hat, und die es auf diese Art und Weise so schnell verspielt haben. 42 Leuten, denen es nicht bewusst ist, welche Tragweite das haben kann und die noch darüber witzeln, dass man beim nächsten Mal ja einfach eine geheime und beliebig viele weitere öffentliche Mailinglisten einrichten kann, damit sich niemand ausgeschlossen fühlt.

Wut. Frust. Verzweifelung.

Die nächste Wahl, die ich treffe ist, ob ich die Mitgliedschaft in den Wind schieße und damit alles, was ich noch an Hoffnung die Politik betreffend habe, verrate oder ob ich den Eindruck habe, dass sich das wieder bessern kann. Das Positive: Ich habe mit der Entscheidung Zeit bis zum Jahresende.

Wie ein Bewerbungsgespräch nicht aussehen sollte

Es ist sicherlich nicht immer einfach den oder die Richtige für einen Job zu finden. Was mir aber gestern auf der Sitzung der FSVK untergekommen ist, spottet jeder Beschreibung.

Hier sollte eigentlich eine Befragung der Bewerber um die vakante bsz Redakteursstelle gehen, die von der FSVK zu besetzen war. In solch einer Befragung werden die Bewerber oftmals um ihre Einstellung zum Gendern (ihr seht, ich mache das gerade nicht) oder aber ihrer Haltung zu Pflichtdiensten, wie dem Wehrdienst oder dem Zivildienst, befragt. Auch dieses Mal startete die Befragung mit diesen Fragen. Schließlich jedoch kamen wir zu dem Punkt, an dem die Befragung zum Kreuzverhör wurde.

Einer der Bewerber hatte es doch tatsächlich gewagt zur StuPa-Wahl anzutreten. Und das auch noch bei der Grünen Hochschulgruppe. Welch ein Frevel! Es kam jedoch noch schlimmer. Er hatte auch einen offenen Brief an den jetzt amtierenden AStA unterschrieben, welcher AStA & Friends nicht gefiel. Ob er so einen Brief wieder unterschreiben würde, wurde gefragt. Auch ob er seine Stelle als bsz-Redakteur dazu nutzen würde, um dem AStA eine „reinzuwürgen“. Reinzuwürgen ist hier tatsächlich ein Zitat.
Nachdem AStA & Friends diesen einen Bewerber gute 40 Minuten verhört hatten, kamen auch die anderen dran. Da war beispielsweise die Bewerberin, die ebenfalls einmal bei der GHG kandidiert hatte. Auch diese wurde kurz befragt. Die Frage an den dritten Bewerber grenzte schon an Unverschämtheit: „Bei den anderen beiden Kandidaten ist es klar, aber wie wählst du?“
Schließlich wurden alle drei gefragt, wie sie zu diesem offenen Brief stehen würden, und wie sie es fänden, dass eine bsz-Redakteurin diesen entworfen oder zumindest unterschrieben hätte. Begründung war hier, dass man sehen wolle, ob mit der Besetzung es nicht zu Problemen in der bsz-Redaktion kommen könne.

Fazit: Egal wer von den Dreien gewählt wird, alle Drei empfanden dieses Verhör als unangebracht, was es ja auch war. AStA & Friends haben sich an dieser Stelle sicherlich keine Freunde gemacht. Denn gerade solch ein Machtmißbrauch, und nichts anderes war diese Stimmungsmache, wird jeden Journalisten aufhorchen lassen.

„So geht die Freiheit zu Grunde mit donnerndem Applaus“

Ein schönes Zitat aus Star Wars. Nur leider, wie so oft, ist manchmal nicht einmal jemand für den donnernden Applaus da.

So oder so ähnlich sah für mich die gestrige Sitzung der FSVK aus. Die dunkle Seite an dieser Stelle vertreten durch den AStA der RUB und unterstützt durch die Vertreter einiger Fachschaften, die hierdurch die nötige Legitimation bekamen. Tatsächlich ist diese Filmszene ein gutes Beispiel, denn gestern sollte nichts weiter auf den Weg gebracht werden als eine demokratisch durch die Fachschaften legitimierte Senatsliste, damit es hier nicht wieder zu einer Übervorteilung kommen sollte. Kontrolliert durch nichts geringeres als die Fachschaftvertreterkonferenz, einem Gremium mit direkter Anbindung an die Fachschaften selbst. Quantität sollte nicht weiter die Qualität der studentischen Senatsfraktion dominieren.
Es war klar, dass dies den verantwortlichen SenatorInnen und auch dem AStA nicht gefallen würde, da diese bisher zum Großteil niemals mit einer solchen Option konfrontiert wurden. Also wurde die vorgestellte Satzung Stück für Stück auseinander gepflückt. „Gesamte Studierendenschaft“ gegen „Studierendenschaft“, „Fachschaftrat“ gegen „Fachschaftvollversammlung“ und schlussendlich sogar die Frage, ob man das Stimmrecht innerhalb der Liste nach Anzahl der Fachschaften bestimmen möchte, oder lieber die Anzahl der Studierenden einer Fachschaft als Grundlage festlegt. Schon alleine der Name Liste FSVK wurde zu Beginn bemängelt.
Im Verlauf der gesamten Diskussion, die über 150 Minuten lang dauerte, fiel immer wieder auf, dass der Grund für die enge Bindung an die FSVK den Diskussionspartnern entweder nicht klar war, oder aber nicht recht war. Die enge Anbindung an die FSVK sollte Machtmissbrauch grundsätzlich ausschließen. Dieser war zeitweise offensichtlich, da ein paar der AStA Mitglieder und Senatoren als Vertreter ihrer Fachschaften anwesend waren und auf diese Weise Druck ausübten, was nicht zuletzt durch Abstimmungen mit teilweise nicht nachvollziehbare Entscheidungen klar wurde. So kam es beispielsweise dazu, dass bei einem eingeforderten Meinungsbild, ob das Stimmrechtverfahren der FSVK auch auf die Liste FSVK angewandt werden soll, die Vertreterin der Fachschaft Genderstudies sich enthielt. Stellt sich an diesem Punkt die Frage, warum sich eine Vertreterin einer Fachschaft mit nur 62 Studierenden bei einer Abstimmung enthält, bei der es darum geht zu vermeiden, dass große Fachschaften mehr Stimmen haben als Kleine. Eine Fachschaft wie Genderstudies würde bei einem solchen Verfahren ein Stimmrecht haben, dass gegen Null tendieren würde.
Vielleicht erklärt es der Punkt, dass eben diese Vertreterin des Fachschaftrat Genderstudies nicht einfach nur als solche anwesend war, sondern noch weitere Ämter bekleidet (Senatorin, Gremienberatung, stellv. SP Sprecherin, QVK und die Mitarbeit im Referat für Öffentlichkeitsarbeit und studentische Zusammenarbeit).

Aber was solls? Ich liebe Herausforderungen!